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The History Collection

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Aufwärts
Jahrgang 4, Nr. 8 (April 21, 1951)

Bunte Sportplatte,   p. 12 PDF (722.1 KB)


Page 12


_i",,,*.
Alec James, der kleine Schotte, war ein
groþer Fuþballspieler. Wohl einer der
besten, der je bei Arsenal London spielte.
Er hat seine Lebenserinnerungen geschrie-
ben und erz"hlt die k–stliche Geschichte
von seinem miþgl¸ckten ersten Spiel bei
Arsenal, die ihn hoch aus dem Norden
f¸r 9000 Pfund Sterling geholt hatte. ,Ich
wurde  unter  derartigen  ªTrompeten-
st–þen´ der Presse in den Vorschauen
vorgestellt, daþ die Menge ein wahres
Wunder bei meinem Start erwarten
muþte. Aber - mein erstes Spiel war
wahrhaft grausam entt"uschend. Zwei
Tage sp"ter kam in Highbury ein Paket
f¸r mich an, das ein Paar v–llig zerlump-
ter Fuþballstiefel enthielt. Dieser merk-
w¸rdigen Sendung lag ein Zettel mit dem
schlichten Wunsche bei: ªZiehen Sie diese
K"hne an, sie passen gut zu Ihnen. Denn
sie sind genau so ausgedient wie Sie!´
Doch in Wirklichkeit begann Alec James'
groþe Laufbahn erst.
Warum heiþt dieses merkw¸rdige' Spiel,
das dem Laien oft so unverst"ndlich er-
scheint, ausgerechnet Rugby? Fuþball
mit Aufnehmen des Balles' wurde zuerst
an der Schule von Rugby eingef¸hrt, und
zwar schon im Jahre 1823 von einem
Studenten mit Namen W. Webb Ellis.
Ganz regelwidrig nahm dieser Ellis eines
Tages den Ball, statt ihn mit dem Fuþ zu
treten, einfach unter den Arm und lief
damit durchs Tor. Dieses sporthistorische
Ereignis ist ihm zu Ehren in Rugby durch
eine Gedenktafel verewigt worden. Wir
haben es also mit einem altehrw¸rdigen
Sport zu tun, der bis zu seiner jetzigen
Form nat¸rlich noch mancherlei Wand-
lungen ¸ber sich ergehen lassen muþte;
die Reduzierung der Spielerzahl einer
Mannschaft von 20 auf die heutige noch
g¸ltige Zahl von 15 wurde allerdings
schon 1877 festgesetzt.
In Deutschland wird Rugby klubm"þig
bereits seit Anfang der achtziger Jahre
betrieben. Der Heidelberger Ruderklub
(damals Flaggen-Club) darf das ,Erst-
lingsrecht' f¸r sich beanspruchen, obwohl
in Cannstatt bei Stuttgart der Rugbyball
schon 1865 ¸ber den Rasen sprang. 1878
waren zw–lf rugbyspielende Vereine be-
kannt, und man trug sich bereits mit
dem Gedanken einer Verbandsgr¸ndung.
Die erste Begegnung deutscher Rugby-
spieler mit dem Ausland f"llt ih. das Jahr
1894, in dem die englische äAlexander-
Mannschaft' S¸ddeutschland besuchte.
Eine kleine Erinnerung: Franz Diener,
der fr¸here deutsche Boxmeister, wurde
bekanntlich von Sabri Mahir, einem sehr
exotisch aussehenden t¸rkischen Sports-
mann, betreut, der sich im deutschenBox-
sport bald einer gewissen Beliebtheit er-
freute. Als Franz Diener und Sabri Mahir
einmal auf die Reise gingen, um einen
ausw"rtigen Kampf zu bestreiten, waren
sie ein biþchen verwundert, als Sabri
Mahir im Hotel der fremden Stadt mit
allen Ehren empfangen und unter vielen
Verbeugungen in das vornehmste Aparte-
ment des Hauses geleitet wurde. Den Box-
meister Diener f¸hrte man, ohne viel
Aufhebens zu machen, in den f¸nften
Stock und wies ihm eine winzige Dach-
kammer an. Die Aufkl"rung war einfach:
die beiden hatten an das Hotel folgendes
Telegramm geschickt: Reserviert Zimmer
f¸r Sabri Mahir und Diener."
Am 14. April 1924 prallten die Spvgg.
F¸rth und der 1. FC N¸rnberg im f"lligen
Meisterschaftsspiel zusammen. Es ging
hitzig zu, und am Ende hatte man sich
*
so ineinander verbissen, daþ man spinne-
feind den Kampfplatz verlieþ. Acht Tage
sp"ter spielte in Amsterdam Holland
gegen Deutschland. Die deutsche Elf be-
stand aus sechs F¸rthern und f¸nf N¸rn-
bergern. Weil man noch immer b–se war
fuhren im ersten Wagen die F¸rther, im
letzten die N¸rnberger. Im Spiel war
alle Feindschaft vergessen; Deutschland
siegte 1:0.
Zwischen den Papieren liegt ein altes,
vergilbtes Kalenderblatt. Auf der R¸ck-
seite liest man, anstatt eines Spruches
oder Gedichtes, etwas ¸ber die Eigen-
schaften, die der Sportsmann haben soll.
Und die lauten so:
Der Sportsmann - darf nicht renom-
mieren,
- darf nicht aufgeben,
- darf keine Ausrede
beim Miþerfolg
suchen,
- er muþ ein guter
Verlierer sein,
- er muþ ein ruhiger
Gewinner sein,
- er muþ anst"ndig
spielen,
- und so gut er kann,
- er soll das Vergn¸gen
des Risikos genieþen,
- er muþ seinem Geg-
ner in Zweifelsf"llen
den Vorteil lassen,
- und er muþ das Spiel
h–her einsch"tzen als
das Ergebnis.
Dem Ganzen, kurz und vortrefflich, w"re
nichts hinzuzuf¸gen.
Die neue Bestimmung im Ostzonensport,
wonach im Fuþball, Handball und Hockey
in jedem Spiel je ein Feldspieler und der
Torwart beliebig ohne Angabe von Gr¸n-
den ausgewechselt werden k–nnen, trat am
10. April in Kraft. Bei Platzverweisen ist
eine Auswechslung nicht m–glich.
Einen neuen Zuschauerrekord f¸r ein
einfaches Meisterschaftspunktespiel gab
es beim Treffen 1.FC K–ln-Schalke 04
mit 57 000 zahlenden Besuchern.
M 0 M E N T A U F N A H M .                                             
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Du ßvZ i ~~gegen Deutschland. Der deutsche St¸irrer Kur
bedcer erzielt ein Tor  Das Spiel stand ini Zeichen der Sportfreundschdaft.
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12
Der Deutsche Eishockeymeister Preuþen
Krefeld bestritt in der abgelaufenen Eis-
sportsaison 37 Spiele mit einem Torver-
h"ltnis von 246:123. Bei zwei Unentschie-
den gegen Kanada und Schweden wur-
den 26 Spiele gewonnen.
Die brasilische Fuþballmannschaft Sao
Paulo, die zurzeit durch Europa reist und
auch in Deutschland einige Spiele aus-
tr"gt, spielt bei kaltem Wetter mit Hand-
chen-   schuhen und Kopfsch¸tzern.
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