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Jahrgang 4, Nr. 8 (April 21, 1951)

Mai-Proklamation 1951 des Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften,   p. [4] PDF (791.8 KB)


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An alle arbeitenden Menschen i
in ganz Deutschland.
A R B E I T E R, A N G E S T E L LTE U N D                              
                 B E A MTE
In einer Welt voll Unfrieden, Unfreiheit, Furcht und Not begehen  vereinigung
mit unseren Br¸dern und Schwestern in der Ostzone
s wir den 1. Mai des Jahres 1951.                             und das Recht
aller Menschen auf ihre Heimat.
| Deshalb steht auch in diesem Jahre der 1. Mai wieder im Zeichen  Vertraut
auf die Kraft Eurer Gewerkschaften, sie sind Euer Werk,
FF unseres Kampfes f¸r den V–lkerfrieden, f¸r die soziale
Sicher-  von Euch geschaffen und von Euch getragen.
g heit und f¸r die Freiheit. Der Kampf der Gewerkschaften ist und 
Die deutschen Gewerkschaften, vereint mit den freien und unab- S
bleibt gerichtet gegen jede Diktatur und gegen jeden Diktator.  h"ngigen
Gewerkschaften der demokratischen Welt, sind ein
2 Krieg und Unterdr¸ckung sind ein Fluch f¸r die ganze Menschheit
 Bollwerk des Friedens und der Freiheit, und sie sind Eure groþe  'u
Wir fordern die Demokratie in Staat und Wirtschaft f¸r unser  und einzige
Kraft f¸r die Neuordnung der Wirtschaft.
Volk und f¸r alle V–lker. Solange Staaten und Klassen die V–lker
 In diesem Geiste rufen und mahnen wir Euch zur Arbeitsruhe und S
beherrschen, kann der Friede nicht gewonnen werden.         zur Teilnahme
an den Kundgebungen zum 1. Mai.
In unserem Lande haben wir in diesem Jahre einen ersten Schritt  Unser besonderer
Gruþ gilt auch in diesem Jahr der arbeitenden
zur wirtschaftlichen Gleichberechtigung und Mitbestimmung in  Jugend.
1 bedeutsamen Wirtschaftszweigen getan. Groþe Aufgaben auf
allen Gebieten des sozialen und wirtschaftlichen Lebens stehen  Alle Menschen
guten Willens rufen wir auf, sich mit uns zu ver-
noch vor uns. Dazu geh–rt auch die baldige und freie Wieder-  einen
in dem Gedanken:
Nie wieder Krieg! Nie wieder Diktatur!
F¸r V–lkerfrieden, soziale Sicherheit und Freiheit!
i D¸sseldorf, Ende April 1951                             Der Bundesvorstand
des Deutschen Gewerkschaftsbundes |
Mai -Proklamation 1951 des Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften
Der Internationale Bund Freier Gewerkschaften sendet am
heutigen Tage seinen 53 Millionen Mitgliedern in 60 ver-
schiedenen L"ndern br¸derliche Gr¸þe. Abermals entbietet
er den arbeitenden Menschen aller Lande seine Maibotschaft
internationaler Solidarit"t in dem Bestreben um Frieden,
Freiheit und soziale Gerechtigkeit.
Der Internationale Bund beweist seine Weltgeltung allein
durch die Ergebnisse seiner Arbeit. In Europa, Asien und
Afrika und in den beiden amerikanischen Halbkontinenten
bem¸hen sich unsere bereits bestehenden und im Aufbau
begriffenen Regional-Organisationen unabl"ssig um die Ver-
wirklichung unserer wirtschafts- und sozialpolitischen Forde-
rungen. Unsere weltumspannende Organisation steht ihnen
dabei uneingeschr"nkt zur Verf¸gung. "Einer f¸r alle, alle
f¸r einen!" - dieser allezeit g¸ltige gewerkschaftliche
Leit-
satz wird nunmehr auf wirklich internationaler Ebene in die
Tat umgesetzt.
Arbeiter aller Nationen, Arbeiter auf dem Lande, in den
Fabriken, Gruben und B¸ros, in Handel und Transport:
schlieþt Euch unserer m"chtigen Bewegung an, um Armut
und Unwissenheit, Krankheit und Hunger, Vorrechte und
Ausbeutung zu beseitigen!
Friede, Freiheit, soziale Gerechtigkeit.
Das sind unsere Ziele. An ihrem Weg aber steht das Gespenst
der Diktatur.
Gewerkschafter in aller Welt! Ihi habt die Macht in H"nden,
den Frieden zu erhalten und die St–renfriede zu vertreiben.
Hinweg mit dem schamlosen Schwindel eines Stockholmer
Friedensappells, hinweg mit allen anderen Man–vern des
Kominforms! Mit diesen Machenschaften will man nichts
anderes, als den Verteidigungswillen der Demokratien zu-
gunsten der Angriffspl"ne des sowjetischen Imperialismus zu
schw"chen.
Tretet ein f¸r unsere Forderung auf baldigen Abschluþ eines
Staatsvertrages f¸r Osterreich, auf einen Friedensschluþ mit
Deutschland und Japan.
Tretet ein mit uns f¸r die sofortige Freilassung aller Kriegs-
gefangenen, die trotz wiederholter Versprechen unter Miþ-
achtung aller menschlichen Grundrechte immer noch in der
Sowjet-Union und ihren Vasallenstaaten zur¸ckgehalten
werden. Wir erkl"ren, daþ der Friede erst dann gesichert ist,
wenn die in den Diktaturl"ndern zum Schweigen verurteilten
V–lker ihr Schicksal wieder selbst in den H"nden haben.
Arbeiter aller L"nder! K"mpft mit uns f¸r Demokratie und
Unabh"ngigkeit f¸r alle V–lker der Erde. Schlieþt die Reihen
derer, die von den gleichen Zielen beseelt sind.
Arbeiter in den totalit"ren Staaten! Wir haben Euch nicht
vergessen, auch nicht jene Millionen M"nner und Frauen, die
aul Befehl eines Stalin, Franco und anderer Diktatoren hinter
Stacheldraht schmachten. Wir werden nicht ruhen, bis die
Greuel der Sklavenarbeitslager f¸r immer ein Ende haben.
Die Diktatoren treten die Freiheit nicht nur in ihren eigenen
L"ndern mit F¸þen, sondern wollen sie auch mit Hilfe F¸nfter
Kolonnen, mit bewaffnetem Terror und B¸rgerkrieg ¸berall in
der Welt untergraben.
Arbeiter in den wirtschaftlich fortgeschrittenen Demokratien!
Dank Eurer freien Gewerkschaften habt Ihr ein Lebensniveau,
das sich in Diktaturl"ndern nicht einmal ertr"umen l"þt. Doch
trotz all dieser Errungenschaften k"mpfen wir unabl"ssig i¸r
weitere Verbesserungen. Wir zielen auf die volle Mitwirkung
der Arbeitnehmer bei der Gestaltung der Wirtschaft und des
sozialen Geschehens. Dazu m¸ssen alle produktiven Kr"fte
der Welt zusammengefaþt und die praktische Hilfe f¸r zur¸ck-
gebliebene Gebiete verst"rkt werden. Wir fordern dringend
groþz¸gige internationale Hilfe, um Hungergebiete vor Unheil
zu bewahren.
Dies sind unsere Aufgaben f¸r eine bessere Zukunft. Aber
alle unsere Pl"ne - und ebenfalls viele unserer bisherigen
Erfolge - sind durch die wachsende Kriegsgefahr bedroht.
Die freien V–lker sind gezwungen, immer gr–þere Mittel
f¸r
ihre Verteidigung aufzuwenden, um die Demokratie zu er-
halten. Wir m¸ssen f¸r eine gerechte Verteilung dieser neuen
dr¸ckenden Lasten sorgen und darauf achten, daþ Inflationen
durch vern¸nftige Planung verh¸tet werden. Die Verant-
wortung f¸r die Folgen, f¸r jede kommende Senkung des
Lebensstandards f"llt aber einzig und allein auf jene zur¸ck,
die sie heraufbeschworen, n"mlich die sowjetischen Dikta-
toren, die allein den Frieden der Welt bedrohen.
Arbeiter der freien und demokratischen Welt! Euer Friede,
Eure Freiheit, Eure Hoffnung auf eine bessere Zukunft stehen
aui dem Spiel! Wenn wir in den demokratischen L"ndern den
Diktatoren jeden Boden entziehen, dann wird es uns auch ge-
lingen, dieses Ðbel g"nzlich aus der Welt zu schaffen. Wir
haben die Macht dazu.
Wir sind heute 53 Millionen. Laþt uns doppelt so stark werden.
Diese Millionen frei organisierter Arbeiter sind in ihrem Streben
nach FRIEDEN, FREIHEIT und SOZIALER GERECHTIGKEIT
eine moralische und materielle Kraft, ¸ber die kein Diktator
hinweg kann.
Arbeiter der Weit: K"mpft mit uns f¸r diese gewaltigen Ziele!
Es lebe der Internationale Bund Freier Gewerkschaffenl


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