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The History Collection

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Jahrgang 4, Nr. 8 (April 21, 1951)

Hochbetrieb in Erbach,   pp. 2-[3] PDF (1.4 MB)


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VO0L L BE SC H AF TIGUN G DER S C H NITZER
DU RCH MI1L LIO N EN DG B-M A 1AB ZEI C HEN
In dem   laiidschaftlich formiienreicheni, weiteni
Raum zwischen Neckar, Main und Rhein liegt
im Odenwald das von einem altert¸mlichen
Hauch umwehte Kreisst"dttchen Erbach mit
seinen rund 5000 Einwohnern zu beiden Seiten
der lieblichen Ml¸mling.
In dieser kleinen Stadt hat die deutsche Elfen-
heinschnitzerei ihre Heimat. Um das Jahr 1780
lagen die Anf"nge dieses Handwerks, das wie
schon seit fast drei Jahren arbeitslos sinid und
ihr Leben gerade mit den Unterst¸tzungss"tzen
fristen k–nnen.
Durch eine Aktion des deutschen Gewerkschafts-
bundes gab es nun f¸r einige Wochen in den
Monaten Februar und M"rz Arbeit und Ver-
dienst. Der DGB vergab die Anfertigung von
Millionen Maiabzeichen nach Erbach. Es war
der erste Groþauftrag nach dem Kriege, den
Einer der Heimarbeiter aus Erbach, der durch
die Maiabzeichen zu Arbeit kam, liefert
seine Produktion bei der Sammelstelle ab.
Der erste Arbeitsvorgang. Andrehen des
Rohlings, eine Vertiefung wird ausgetr"st.
Stundenleistung im Akkord 700-800 St¸ck.
Die angedrehten Rohlinge erh"lt der Schnitzer, den wir hier bei der Arbeit
sehen. Rasend
schnell dreht sich das Schnitzmesser. Mit ruhiger, geschickter Hand l"þt
der Schnitzer das Messer
in den Rohling laufen und formt eine Blume. 80-lOC St¸ck schalft der
einzelne in der Stunde.
alle Industrien in den folgenden Jahrzehnten
H–hepunkte und Niederg"nqe erlebte, verur-
sacht durch Kriege, wirtschaftliche Krisen, De-
v~isenmangel oder Sperrung des Handels mit
dem Ausland. Seit der W"hrungsreform   1948
erleben die Erbacher Schnitzer wieder eine Zeit
des Tiefstandes, vor allem dadurch, daþ der
Handel mit dem Ausland, auf den es in der
Hauptsache ankommt, mit sehr vielen Schwie-
rigkeiten verbunden ist, so daþ viele Schnitzer
die Schnitzer erhielten. Dadurch war es m–g-
lich, alle Schnitzer f¸r Wochen zu besch"ftigen,
so daþ es f¸r diese Zeit keinen arbeitslosen
Schnitzer mehr gab. Fast die ganze Stadt ist in
irgendeiner Form an der Herstellung der Ab-
zeichen zum 1. Mai beteiligt. In den Schnitze-
reien wurden die kleinen bunten Blumen ge-
schnitzt, in Heimbetrieben die Nadeln befestigt,
Frauen und M"dchen waren besch"ftigt, deii
Bl¸mchen die fr¸hlingshaften Farben zu geben.
4 Arbeitsg"nge. 1. Rohling. 2. Angedrehte Rohlinge. 3. Fertig geschnitzt.
4. Bemalt und versandf"hig.
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