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The History Collection

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Aufwärts
Jahrgang 2, Nr. 13 (June 18, 1949)

Marianne hat keinen Badeanzug,   p. 7 PDF (857.7 KB)


Page 7


Mi dem ,,Aufdwdst" gab der DGB vor Jahres-
frist unseren jungen Kollegen eine Zeitschrift in
die H"nde, die mehr sein sollte als nur ein
leichtes Unterhaltungsblatt. Die Aufgabe, die sich
der ,Aufw"rts' gestelltr hatte. war sehr groþ. Ich
freue mich, heute sagen zu k–nnen: es ist ihni ge-
lungen, sie zu erfullent. Nicht nur speziellen
Jugendfragen gab er Raum, Alte wichtigen ge-
werksctiaftlichen, wirtschaftlichen und politischen
Probleme hat er in einfartien und klaren W,,rten
an den jungen Leser herangetragen.
Die Jugendzeitschrift ites DGB hat sich tinter den
anderen Jugendzeiungen durchgesetzt. Sie wird
audi hei uns in der Nordmalrk von den pungen,
aber auch von uns "lteren Kollegen gern ge-lesen.
Ich hoffe, daþ es dem Aufwarts' weiterhin ge-
lingt. zur Bildung eines gewerkshdaftlich.-n Ntch-
wuchses beizutragen, der in der Lage und witl)en
ist, sich selbstlcis f¸r die Interessen der Arbeit-
nehmerschaft einzusetzen.       H. Steinteld
Marianne hat keinen Badeanzug
,Puh, ist das warm!' rufen Gertrud und
Elisabeth wie aus einem Munde, ãbald
k–nnen wir sonntags wieder schwimmen
,gehen, das wird fein. Wirst du mit uns
gehen, Marianne?' Nat¸rlich will Marianne,
das ist gar keine Frage, aber, und nun wird
ihr Gesicht recht lang, ãich habe ja keinen
Badeanzug mehr.' Kauf dir doch einen',
r"t -Gertrud, die immer ein biþchen vorne-
weg mit dem Munde ist und nicht lange
¸berlegt, was sie gerade sagt. Mariannes
Gesicht wird noch ein wenig l"nger als sie
antwortet: ãHast du dir schon einmal die
Preise angesehen? Das kann doch ein ge-
w–hnlicher Sterblicher wie wir gar nicht
bezahlen.' Einen Augenblick ist Gertrud
-geschlagen, aber dann geht ihr Mundwerk
wieder mit ihr durch: "Kleb dir doch eine
Briefmarke auf das Bauchn"belchen, und
wenn jemand Anstoþ daran nimmt, sagst
du. es sei eben deine Protestaktion gegen
die hohen Badeanzugpreise.' Nun lachen
alle drei ¸ber Gertruds kedken Einfall, aber
Mariannes Lachen ist nicht ganz echt. Nein,
ein vorlauter Witz ist noch kein Badeanzug,
und billiger werden sie davon auch nicht.
Sie wird wohl, wie so oft, wieder einmal
verzichten m¸ssen. ãNein', sagt da die be-
d"chtige und geschickte Elisabeth, als ob
sie die Gedanken der' Kollegin erraten
h"tte, ".wirf nicht gleich die Flinte ins Korn
und h–r mal zu. Vielleicht hast du noch
Wollreste, Du kaufst dir etwas neue Wolle
dazu und strickst dir selbst einen Bade-
anzug. Du hast ja noch etwas Zeit, denn die
richtige Baderei geht erst im Juli los, und
stricken kannst du doch wie keine von uns.'
Mariannes Bedenken sind aber erst halb
¸berwunden,, "Billiger wird es auf diese
Weise schon', gibt sie zu, ãaber wie strickt
man nur so ein Ding, und wird er auch
sitzen?' Da lacht Elisabeth ¸bers ganze
Gesicht und meint, ãschau doch mal in den
Aufw"rts auf die Kolleginnen-Seite. Da hat
jemand gewuþt, was uns fehlt und uns
Muster und Arbeitsanleitung gleich zur Hand
gegeben.' Marianne liest. ãDas ist ja ganz
einfach', ruft sie, und' ist bereits Feuer und
Flamme. Ihr Plan steht fest. Sie wird sich
einen Badeanzug stricken und mit der
kecken Gertrud und der freundlichen Elisa-
beth schwimmen gehen, einen ganzen,
warmen, ungetr¸bten Sommer' lang.
zu Debem 1111111001   gratuliere ich Dir recht
herzlich. ä Ein Jarhast Du nun der Gewerk-
sdhaftsjugend als Sprachrohr gedient und den
Jungen Kolleginnen und Kollegen manches wert-
volle R¸stzeug vermittelt.
Deine "uþere Aufmachung hat wir von Anfang
an ganz gut gefallen, wenn ich mir vorher Dich
auch nicht so reich illustriert vorstellte. Ein Bild
sagt at¸rich  ft mhr ud spIchtuns oft ein-
drinlicer  n,  ls tused  Wrte Aber die
wirkichtiegr¸dig  ErrteungderZeltprobleme
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F-el.re 4.Obertelle
w<teileiliger           h0asulgesirickler          f3gadeas ãzug
Das abgebildete Muster ist f¸r Oberweite 90 cm. Taillenweite 70 cm,
Huitweite 94 cm berechnet. Vor dem
tibertragen des Musters auf Papier messen wir unser Maþ und vergleichen.
Gegebenenfalls m¸ssen Ober-
weite. Taillenweite und Hufiweite auf dem Muster nach unserem Maþ berichtigt
werden. Bei st"rkerem
lirustimfang strickt man den unteren Rand des Oberteils 5 bis 10 cm weiter
und das rechte und linke
Oberteil 2 bis 3 cm h–her. Materialverbrauch zu dem Badeanzug, der
aus doppelter Sportwolle gestrickt ist:
200 Gramm Sportwolle zum Anzug, 50 Gramm Sportwo lle f¸r die Schn¸re.
Stricknadeln Nr. 3.
Arbeitsanleltung: Oberteil
Das Oberteil beginnt man am    unteren Rand,  Das Muster zeigt 60 cm  Weite
am   unteren Rand.   Man
errechnet aber die Maschenanzahl fur nur 50 cm Weite und schlagt danach Maschen
auf die Nadel. Dann
strickt man 1 cm hoch zwei Rechts-, zwei Linksmaschen, und in dieser H–he
an jedem Ende des unteren
Randes ein Loch. Danach weiter zwei Rechts-, zwei Linksmascien und in 4 cm
Hohe stridckt man noch-
mals an jedem Ende, dis unteren Randes ein Loch, Nach 5 cm zwei Rechts-,
zwei Linksmaschen ist der
untere Rand fertig. Nun legt man eine dicke Decke auf den Tisch, das Papiermuster
darauf, streckt den
unteren Rand auf 50 cm Weite und steckt ihn auf Decke und Papiermuster fest.
Dann markiert man auf
dem ausgestreckten Rand die Mitte, die Stellen, bis wohin man den unteren
Rand abstricken, und
die Stellen, wo man mit dem Brustkeil beginnen muþ. Man heftet nun
den unteren Rand vom Muster
wieder los und strickt an beiden Seilen bis zur Markierung ab. Danach strickt
man glatt rechts und
nimmt an beiden Seiten zu, indem man so viel neue Maschen auf die Nadel schl"gt,
wie die Schr"ge
im Muster es erfordert. Gleichzeitig beginnt man mit dem Brustkeil, indem
man von der markierten Stelle
ab in jeder Hinreihe eine Masche zunimmt.     Von der Mitte aus gesehen in
jeder Reihe immer eine
Masche Weiter nach auþen zunehmen als in der Vorreihe, Wenn der Keil
7 bis þ cm hoch ist, gen¸gt
er meist. IDer Keil muþ bis zur h–chsten Stelle der Brust reichen.)
(Unterdessen achtet man auch am
auþeren Rand auf das Muster. Wenn die Aufw"rtsschr"ge erreicht ist,
beginnt man mit Abnehmen ent-
sprechend der Mustervorlage. Die Mitte muþ auch beachtet werden. In
14 cm H–he (vom unteren Rand
her (gemessen) beornnt der Ausschnitt. Man teilt das Gestrickte. Auch hier
nimmt man der, Musterschrage
entsprechend ab.  1 cm  vor Schluþ des rechten und linken Vorderteils
strickt man ein Loch.  Die mit
.Naht' bezeichnete Stelle n"ht man Masche auf Masche auf den unteren Rand.
Die Mitte (von oben nach
unten) halt man mit einem Ring. den man aus Schnur n"ht, zusammen.
Vorderteil der Hose
Die nach der Strickprube errechnete Maschenanzahl aufschlagen und den Zwei-Rechts-,
Zwei-Links-Rand
beginnen. Nach 1 cm H–he die Lochrelhe anfangen. (Jeweils die zwei
Linksmaschen strickt man ab, In
der folgenden Reihe schlagt man ¸ber den zwei abgestrickten Linksmascien
zwei neue Maschen auf die
Nadel.) Dann strickt man weitej zwei Rechts-, zwei Linksmaschen, bis der
Rand 5 cm hoch ist. Danach
strickt man glatt rechts, vergleicht das Gestrickte des ofteren mit dem Muster
und gibt entsprechend
an den Seiten zu. Bei 26 cm H–he beginnt man mit dem mittleren Schlitz,
und bei 27 cm H–he schiragt
man nach dem Muster den Beinrand ab, Der mittlere Schlitz muþ fertig
4 cm hoch sein.
R¸ckeenteil der Hose
Genau wie beim Vorderteil strickt man den Zwei-Rechts-, Zwei-Links-Rand mit
den L–chern 5 cm hoch,
Dann strickt man zwei Reihen glatt rechts und beginnt mit dem Keil, der dem
R¸dcenteil die Rundung
nach oben gibt. Man strickt die n"chste Reihe bis auf 20 Maschen, strickt
dann die Reihe zur¸ck wieder
bis auf 20 Maschen und strickt nochmals zuruck bis ans Ende der Reihe. Die
folgende Reihe strickt man
von vorn bis hinten durch. Die nacistfolgende Reihe strickt man bis auf lt
Maschen, strickt dann die
Reihe zuruck wieder bis auf lt Maschen und strickt nochmals zur¸ck
bis ans Ende der Reihe. Dann
strickt man wieder eine Reihe von vorn bis hinten durch, (In dieser Reihe
beginnt man mit dem Zu-
nehmen f¸r die- seitliche Weite.) Die nun folgende Reihe strickt man
bis auf 16 Maschen, strickt dann
die Reihe zuruck wieder bis auf 16 Maschen und stridckt nochmals zur¸ck
bis ans Ende der Reihe. Danach
strickt man wieder eine Reihe von vorn bis hinten durch. Diese Reihenfolge
wiederholt man, indem man
jeweils die verbleibende Maschenanzahl um zwei Maschen verringert (20. lt.
16. 14, usw.), so lange, bis
die Musterrundung erreicht ist, Danach strickt man weiter und vergleicht
des –fteren das Gestrickte mit
dem Muster und gibt entsprechend an den Seiten zu. Bei 27 cm H–he schr"gt
man nach dem Muster den
Beinrand ab. Bei 32 cm Hohe (in der Mitte gemessen) beginnt man den Schlitz,
Der fertige Schlitz muþ
4 cm hoch sein.                                Zwickel
Die nach der Strickprobe errech7nete Maschenanzahl aufschlagen und denselben
glatt rechts stricken.
Fertigstellen der Hose
Nachdem man die Seitenn"hte der Hose zusammengen"ht bat, nimmt man die Maschen
der vorderen
und hinteren Beinschr"ge auf vier Nadeln auf und strickt rund ein 2 bis 21.c
cm hohes R"ndchen von
Zwei-Rechts-, Zwei-Links-Maschen, Danach n"ht man den Zwickel ein.
Kordel
Man spannt von einer T¸rklinke aus den Faden knapp dreimal so lang
wie die Kordel ben–tigt wird
ätnd 12- bis Itmal bin und her, je nachdem, wie dick man die Kordel
w¸nscht, W"hrend man die
Faden gut stranim h"lt, dreht man so lange nach rechts, bis sie sich fest
anf¸hlen. Man h"ngt dann am
Loch einen Schl¸ssel in die Mlitte der gespannten Schnur. Jemand h"lt
den Schl¸ssel fest und damit
die Schnur glatt, w"hrend wir zur Klinke gehen und die F"den dort abl–sen,
Nun steigen wir mit den
beiden Fadenenden in einer Hand auf einen Stuhl und der Schl¸sselhaltende
h"lt den Schl¸ssel jetzt nach
unten. Langsam l"þt er ihn los und blitzschnell drehen sich die F"den
zur Kordel. Man muþ darauf
achten, daþ man w"hrend der ganzen Prozedur die F"den stramm h"lt,
da sie sich sonst vorzeitig und
falsch drehen. Man schlieþt die Kordel durch Knoten.              
  Zeichnung und Text: Anny Ruifing
Berufe gebracht. Und darauf kommt es an. Der
Beruf muþ uns die Existenzgrundlage bieten. Der
junge Mensch muþ genau wiesen, auf welchem
beruflidher Fundament er steht. Deswegen habe
ich den Wunsch, daþ Du In Deinem zweiten
Lebensjahr dieses Problem noch weiter behtandelst
und insbesondere die Zusammenh"nge unserer
Berufsarbeit mit unserem t"glichen Leben und
der Volkswirtschaft aufzeigst.
Du wirst zu Deinem Gebuxtsag neben vielen
Gl¸ckw¸nschen reichlich Anregungen erhalten und
vielleicht euch Kritik ertahren. Das sch–nste
Geschenk wird jedoch sein, wenn Du durch die
eitrige Mitarbeit der Gew ksdiatsugend     ein
immer festeres Bindeglied  sneres gewerkschaft-
lichie. ZusesmeiasdIgusses, wirst. Des w¸nscht Dir
Dein Jos. LemiMg
Die fetige*
Hosee
- -
1
ãei".,.
Nus fertige
Oberteil
i


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