University of Wisconsin Digital Collections
Link to University of Wisconsin Digital Collections
Link to University of Wisconsin Digital Collections
The History Collection

Page View

Beier-Red, Alfred, 1902- / Mit dem politischen Pinsel
(1953)

Brockdorff, Cay
[Foreword] Vorwort,   pp. 5-8 PDF (1.5 MB)


Page 5


fO08859
VORWORT
Die realistische Kunst hat dem Volke zu allen Zeiten scharfe
Waffen für den Kampf gegen seine in- und ausländischen Unter-
drücker und Ausbeuter in die Hände gegeben. In ihrem Bemühen
kann sich die zeitgenössische deutsche politische Grafik auf ein
Erbe stützen, das die bedeutendsten Künstler Deutschlands und
der Welt geschaffen haben. Unvergänglich ist der Ruhm, un-
vergänglich stark diese Quelle der lebendigen künstlerischen
Tradition, die der deutschen Nation im Kampf um soziale Ge-
rechtigkeit, Freiheit und Einheit immer neue Erlebnis- und IJber-
zeugungskraft zugeführt hat. Stets war die realistische Kunst
eng mit den werktätigen Massen des Volkes, mit den Besten
seiner gesellschaftlichen Vorhut verbunden. Sie überlieferte und
vervollkommnete die Prinzipien der Parteilichkeit, der wahr-
haften Widerspiegelung der Wirklichkeit mit dem Ziele ihrer
Verbesserung und Veränderung, mit dem Ziele der Massenver-
ständlichkeit und Wirksamkeit und der Bejahung und typischen
Gestaltung des Neuen und Zukünftigen in der gesellschaftlichen
Entwicklung. Hohe Verpflichtungen, die die Künstler unserer Tage
übernahmen. Hohe Verpflichtungen, da an uns noch niemals so
eindeutig die Entscheidung über Sein oder Nichtsein der Nation,
die Entscheidung, ob Krieg und endgültige Vernichtung oder
Frieden und glückliche Zukunft der Menschheit - jedermanns
Stellungnahme fordernd - herangetreten ist.
Der Künstler Beier-Red hat sich entschieden. Er will seinen Teil
an der Entlarvung und Vernichtung der Kriegsbrandstifter, seinen
Teil am Aufbau einer neuen Demokratie, seinen Teil an dem Ent-
scheidungskampf zur Geburt unseres neuen Lebens beitragen.
Seine Herkunft aus der klassenbewußten Avantgarde des Pro-
letariats, seine in den sozialen Auseinandersetzungen geschulte
marxistisch-leninistische Weltanschauung wiesen ihm den Weg.
Der Künstler Beier-Red wurde am 1.November 1902 in Berlin
geboren. Sein Vater war Maurer, aktiver Funktionär des Bau-
arbeiterverbandes und wie seine Mutter Mitglied der kämpfen-
den Arbeiterbewegung. Von 1917 bis 1921 erlernte Beier-Red
den Buchdruckerberuf. Herkunft und Anschauung des Vaters, die
eigene Tätigkeit und ihre Erfahrungen führten den jungen Ar-
beiter bereits 1918 in die Freie Sozialistische Jugend. Die Rück-
kehr Karl Liebknechts aus dem Zuchthaus, seine erste Rede in den
Andreas-Festsälen, die Novemberereignisse und die Kämpfe der
Volksmarinedivision waren die bestimmenden Erlebnisse dieses
Jahres. Der Verrat der rechten SPD-Führer an der Arbeiterklasse
führte ihn, wie Zehntausende andere Jungarbeiter, 1920 in den
Kommunistischen Jugendverband. Der Eintritt in die Kommu-
nistische Partei 1923 war die konsequente Fortsetzung des be-
schrittenen revolutionären Weges. In diese Periode fallen die
ersten bildnerischen Versuche, die Teilnahme an Abendkursen
für Aktzeichnen und schließlich 1924 die Entscheidung, als Presse-
zeichner künstlerisch tätig zu werden. Im Juli erschien die erste
politische Grafik in der "Roten Fahne". 1925 wurde von Beier-Red
bereits das Titelblatt der Novembernummer geschaffen.
Nirgends aber verlor der Künstler in seinem gesellschaftlichen
Tun die Verbindung zur Arbeiterklasse. Politische und künstle-
5
A  -  -7
1    1


Go up to Top of Page