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Vertriebene, Flüchtlinge, Kriegsgefangene, heimatlose Ausländer : 1949-1952
(1953)

7. Der Wohnungsbau für Vertriebene und Flüchtlinge,   pp. 23-26 PDF (1.5 MB)


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die zu etwa zwei Dritteln aus Soforthilfe- und zu einem Drittel aus Bundeshaushals-
mitteln stammen. Damit ist das erste und zweite Umsiedlungsprogramni (300
000 +
300 000 Umsiedler) finanziert worden.
Fur die ersten 150 000 Umsiedler des dritten Umsiedlungsprogramms, das im
gan-
zen noch einmal 300 000 Personen umfassen soll, sind bereits 200 Mio. DM
aus Lasten-
ausgleichsmitteln vorfinanziert. Weitere je 150 Mio. DM werden aus Bundeshaushalts-
mitteln und Wohnraumhilfsmitteln des Laustenausgleichs in den Rechnungsjahren
1953
und 1954 aufgebracht. Um die zusitzlich noch benotigten 200 Mio. DM sind
die Ver-
handlungen im Gange. Inzwischen mufte wegen der gestiegenen Baukosten der
nadh-
stellige Forderungsbetrag, der fur jede Umsiedlerwohnung in Ansatz zu bringen
ist,
von durchschnittlich 6000 DM auf 8000 DM erhoht werden.
Fur die Auflosung von Barackenlagern wurden aus Soforthilfemitteln uiber
100
Mio. DM und aus dem Kriegsfolgelastenhaushalt uiber 50 Mio. DM vom Bund zu-
sitzlich zu den allgemeinen Wohnungsbaumitteln ausgeworfen.
In dem Gesetz uiber den Bergarbeiterwohnungsbau wurde die bevorzugte BerUck-
sidntigung heimatvertriebener Bergleute vorgeschrieben, desgleichen werden
diese im
MSA-Bergarbeiterwohnungsbauprogramm besonders beriicksichtigt. Im ECA-Entwick-
lungsbautenprogramm wurde die Beteiligung von Vertriebenen und FlUchtlingen
mit
einem Anteil von 650/o an der Gesamtzahl der Wohnungen, die im uibrigen spater
ins Eigentum der Wohnungsbewerber uberfuhrt werden sollen, sichergestellt.
Bei der nachhaltigen Mitwirkung des Bundesministeriums fur Vertriebene an
der
Gestaltung der Gesetzgebung und der Verwendungsrichtlinien fur die Mittel
im sozia-
len Wohnungsbau richteten sich die Bemuhungen hauptsichlich aui eine starkere
Be-
riicksichtigung der besonders den Vertriebenen so am Herzen liegenden Eigentums-
bildung im Zuge der Wohnungsbaupolitik.
Die spezifisch fur Vertriebene getroffenen Wohnungsbaumafgnahmen, insbesondere
durch Zweckbindung der eingesetzten Mittel, haben neben den allgemeinen Wob-
nungsbaumitteln des Bundes, der Linder und Gemeinden naturgemH9 in entsprechen-
dem Umfange auch Mittel des privaten Kapitalmarktes und sog. Fremdmittel,
wie
Arbeitgeberdarlehen, Mieterdarlehen, Baukostenzuschiisse usw. auf sich gezogen.
Mangels der noch von den Landern ausstehenden Meldungen uber die Leistungen
im Fliichtlingswohnungsbau lassen sich die Ergebnisse nur sorgfditig schatzen.
Seit
Bestehen des Vereinigten Wirtschaftsgebietes sind bis zum Ende des Jahres
1952 rd.
350 000 Neubauwohnungen fur Vertriebene errichtet worden, d. h. es haben
bei Zu-
grundelegung eines Durchschnittssatzes von vier Personen je Haushalt etwa
1,4 Mil-
lionen Vertriebene neue Wohnungen erhalten.
Etwa 2 Millionen Vertriebene diirften in den ihnen schaitzungsweise zugeteilten
500 000 Altwohnungen untergebracht worden sein.
Demnach hat der Anteil der Heimatvertriebenen an den jihriichen Programmen
der Bundesregierung fur den s o z i a 1 e n Wohnungsbau durchsd'nittlich
etwa 400/o
betragen, d. h. mehr als 100 000 Wohnungen jihrlich. Das Bestreben des Bundes-
ministeriums fur Vertriebene richtet sich darauf, den Anteil an den zukunftigen
Bau-
programmen, die mindestens 300 000 soziale Wohnungen planen, noch zu steigern.
Dem noch auflerordentlich grofen ungedeckten Wohnraumbedarf der Heimatver-
triebenen tragt insbesondere das Lastenausgleichsgesetz durch Gewihrung von
Wohn-
raumhilfe in H6he von jahrlich durchschnittlich 360 Mio. DM 2 ugunsten Vertrie-
bener und Kriegssachgeschadigter Rechnung und zwar unter bevorzugter Beriicksich-
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