University of Wisconsin Digital Collections
Link to University of Wisconsin Digital Collections
Link to University of Wisconsin Digital Collections
The History Collection

Page View

Vertriebene, Flüchtlinge, Kriegsgefangene, heimatlose Ausländer : 1949-1952
(1953)

3. Die heimatlosen Ausländer und sonstigen ausländischen Flüchtlinge,   pp. 9-11 PDF (1.1 MB)


4. Die Aussiedlung von Deutschen (Operation Link) und die Rückführung von Vertriebenen aus dem Ausland,   pp. 11-14 PDF (1.2 MB)


Page 11

Die Kosten fur heimatlose Auslander werden zu 85 Prozent v m Bund getragen.
Einen besonders anerkennenwerten Beitrag zur Betreuung der DP's leisteten
die auslandischen Hilfsorganisationen zusammen mit den entsprechenden deut-
schen Verbanden. Die Bundesregierung gewahrte den wichitigsten vier auslandischen
Organisationen fur diese Zwecke nach Beendigung der IRO-Tatigkeit eine l0ber-
brUickungsbeihilfe von 150 000 DM.
Besonders begriit wurde die Bereitstellung von 2,9 Millionmn Dollar aus den
Mitteln der Ford-Stiftung, die den heimatlosen Auslandern und erstmals auch
den
deutschen Vertriebenen zugute kommen.
Infolge der Spannungen zwischen Ost und West suchen auch jetzt noch zahlreiche
auslandische politische Fluchtlinge Asyl im Bundesgebiet. Die Redhtsstellung
dieser
Auslander wird durch das Abkommen uiber die Rechtsstellung der Fliichtlinge
(UNO-
Fliichtlingskonvention) vom 28. 7. 1951 bestimmt werden, an deren Ausarbeitung
die Bundesregierung beteiligt war. Ein Gesetzentwurf zu seiner Ratifizierung
liegt
zur Zeit dem Bundestag vor. Danach soll die UNO-Fliidhtlingskonvention im
Bun-
desgebiet bereits vor der internationalen Inkraftsetzung angewendet werden.
Die Frage der Anerkennung und Verteilung der auslandischen FlUchtlinge, die
im
Bundesgebiet Asyl suchen, ist durch eine Asylverordnung geregelt 'orden.
4. Die Aussiedlung von Deutsdhen (Operation Link) und die Ruckfllhrung
von Vertriebenen aus dem Ausland
In den polnisch und sowjetisch verwalteten Gebieten 6stlich der Oder-Neisse-
Linie, in der Tsdhechoslowakei, in Ost- und Suidosteuropa befinden sich noch
viele
Hunderttausende Deutsher unter fremder Verwaltung. Die Bundesregierung fiuhlt
sich verpflichtet, sich dieser Personen besonders unter dem Gesichtspunkt
der Familien-
zusammenfiihrung anzunehmen.
Bereits im Herbst 1949 erwirkte sie bei der Alliierten Hohen Kommission,
dall
Verhandlungen mit der polnischen und tschechoslowakischen Regierung wegen
einer
Zusammenfiihrung der durch die Kriegs- und Nachkriegsereignisse getrennten
Fami-
lienangeh6rigen aufgenommen wurden. Die Alliierte Hohe Kommission beschrankte
diese Magnahme allerdings auf Angeh6rige der engeren Familie und begrenzte
sic
zahlenmafig auf 25 000 Personen aus den deutschen Ostgebieten unter polnischer
Ver-
waltung (Operation Link) und auf 20 000 Personen (Sudetendeutsdie) aus der
Tschechoslowakei.
Das Deutsche Rote Kreuz registrierte bis heute etwa 200 000 Aussiedlungswillige
aus den polnisch verwalteten Gebieten, 65 341 aus der Tschechoslowakei, 2164
aus
Ungarn, 5349 aus Rumanien und uiber 19 500 aus Jugoslawien.
Der vorlaufigen Unterbringung der Aussiedler dienen seit 1950 die Lager Fried-
land bei Gottingen und Furth im Wald und seit 1952 auch die Lager Schalding
bei
Passau und Piding bei Reichenhall. In diesen Grenzdurchgangslagern verteilen
Beauf-
tragte der Bundesregierung die Neuaufgenommenen auf die Lander des Bundes-
gebietes. Das Verteilungsverfahren wurde zunachst durch die Verordnung vom
8. 2.
1951 und spater durch die Verordnung vom 28. 3. 1952 geregelt.
11


Go up to Top of Page