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The History Collection

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Drews, Richard; Kantorowicz, Alfred, 1899- (ed.) / Verboten and verbrannt, deutsche Literatur 12 Jahre unterdr├╝ckt
([1947])

Summarische Bibiographie,   pp. 189-207 ff. PDF (7.1 MB)


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einer Berliner Widerstandsgruppe; er hat vor 1933 mehrere Gedichtbande,
einen Roman: ,,Die Teufelsbrilcke" und Essayistisches veroffentlicht.
S t ep h a n H e y m emigrierte 1933 nach der Tschechoslowakei, wo er als
Mitarbeiter deutschsprachiger Blatter Lyrisches veroffentlichte, und spater
nach den USA, wo er sich als amerikanischer Autor erfolgreich durchsetzte.
K o n r a d H e i d e n schrieb vor 1933 ein kritisches Buch ilber den National-
sozialismus, das ihn als einen Kenner der Nazimentalitdt erwies und Auf-
sehen erregte (im Verlag von E. Rowohlt). Im Exil erschienen zwei neue
Buicher Konrad Heidens: ,,Geschichte des Dritten Reiches" und ,,Der
Ftlhrer".
I w a n H e i I b u t, Lyriker und Erzahler, emigrierte und veroffentlichte
lm
Exil ein autobiographisches Buch. B e r n t v o n H e i a e I e r, 1907 als
Sohn
Henry von Heiselers geboren, begegnete von 1942 an zahlreichen Schwierig-
keiten, weil man gegen seine Tragbdie ,,Caesar" Einwendungen erhob,
die
schliefi3ich dazu fuihrten, dal3 man ihm das Papier fur weitere Verdffent-
lichungen entzog. Heiseler hat zahlreiche Gedichte und Essays von hohem
Rang veroffentlicht. Langjahriger Warschauer Korrespondent am ,,Berliner
Tageblatt" war R u d o l f H e r r n s t a d t, der im Mai 1945 nach
langer
Exilieit aus Moskau zuruickkam und die Chefredaktion der ,,Berliner Zeitung"
uib ernahm. W i e I a n d H e r z f e 1 d e, vor 1933 Grtinder des Malik-Verlages,
ging ins Exil und wirkt jetzt als Verleger in New York, wo auch der Zeichner
George Grosz lebt. Der Schriftsteller und Padagoge Prof. P a u 1 H i  d e
-
b r a n d t hat das KZ iuberlebt und wirkt wieder in Berlin. G e o r g H
i r s c h-
f e 1 d, in seiner Fruihzeit ein erfolgreicher Vertreter der naturalistischen
Schauspiels, hat spater auch im Roman und in Erzahlungen seine sehr
realistische Darsfellungsart fortgesetzt. Er starb, vom Regime verfolgt,
In
einem juidischen Krankenhaus bei Mtinchen und entging so der Ver-
schleppung nach Theresienstadt. K u r t H i r s c h f e I d, der vor 1933
Dra-
maturg Hartungs war, emigrierte in die Schweiz, wo er als stellvertretender
Intendant des. Ztricrher Schauspielhauses wirkt. Wahrend der Hitlerzeit war
das Zuiricher Schauspielhaus nach Hirschfelds eigenen Worten bei seinem
vorjahrigen Besuch in Deutschland eine ,,Bastion des freien deutschen Dra-
mas". F r i t z H o c h w all d e r, Verfasser von Dramen und Kombdien,
emi-
grierte 1938 in die Schweiz, wo er seitdem lebt, im Tessin, wo auch H e r
-
m a n n H e s s e und Hermann Kesser, der Dichter des ,,Stral3enmann",
des
,,Martin Jochner" und vieler anderer epischer Dichtungen, sich seit
vielen
Jahren angesiedelt haben. H a n s E g o n H o I t h u s e n, 1913 geboren,
ge-
horte zur Widerstandsgruppe der ,,Freiheitsaktion Bayern"; er schrieb
Essays
fiber Rilke und Hofmannsthal und lebt in Milnchen. Die Buicher der vor
kurzem verstorbenen Dichterin R i c a r d a H u c h waren zwar nicht ver-
boten, doch verdient ihre beherzte Haltung gegenuiber den damaligen Macht-
habern besondere Hervorhebung. Im Jahre 1933 erklarte sie ihren Austritt
aus der Akademie der Wissenschaften und Kuinste, weil man von den Mit-
gliedern ein Treuegelbbnis verlangte; auflerdem hat sie sich 6ff entlich
mit
Kathe Kollwitz solidarisch erklart. K u r t H u h n, der von 1933 Lyrik,
Prosa
und ein Chorwerk veroffentlichte, erhielt 1933 ein Schreibverbot, kam 1939
ins KZ, aus dem er wieder entlassen wurde, und entging 1944 einer erneut
drohenden Verhaftung durch Untertauchen in die Illegalitat; 1946 erschien
seine Novelle ,,Das tagliche Brot"; kleine Prosa enthalt sein neuer
Band:
,,Fitigelschlag der Epochen".
H e r b e r t I h e r i n g, vor 1933 einer der bekanntesten Berliner Theater.
krittker, erhielt 1933 Schreibverbot in seiner Eigenschaft ala Journalist
und


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