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Nationale Front des Demokratischen Deutschland / Weissbuch über die amerikanisch-englische Interventionspolitik in Westdeutschland und das Wiedererstehen des deutschen Imperialismus
2. Aufl. ([1951])

6. Die deutsche Stoßarmee - der verlorene Haufe im amerikanischen Krieg,   pp. 168-180 PDF (4.6 MB)


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,Verbindungsoffizier' beim US-Hauptquartier. (General Matzky ist inzwischen
zum Kommandeur der Grenzsdhutzpolizei ernannt. Der Verfasser.) AuBerdem sind
die ehemaligen Generale von Schlieben, Paul Mahlmann und fruhere Luftwaffen.
generale in Majorstellung bei den Arbeitskompanien. Ein General, dessen Name
nicht genannt wird, dient als Unteroffizier. Diese Generale diirfen nach
Mitteilung
des US-Hauptquartiers keine militdirischen Ubungen durchfuhren oder die Um-
stellung der Arbeitskompanien in eine ,deutsche Armee' vorbereiten."
(,,NUrnberger
Nachrichten", Nuirnberg, 23. Oktober 1950.)
Diesem Dementi gegenuber steht eine Feststellung der dem Petersberg nahe-
stehenden ,,Westdeutschen Allgemeinen' vom 30. Mai 1951, wonach die sogenann-
ten deutscben Arbeitseinheiten (German Service Organisation) jetzt offen
in eine
Armee umgewandelt worden sind. Den in 85 Lagern der GSO befindlichen Deut-
schen wurde eine ,,Proklamation der Rheinarmee" - lies Soldner-Verpflichtung
-
bekanntgegeben. Danach werden die A r b e i t s e i n h e i t e n, wie die
nWest-
deutsche Allgemeine" wbrtlich schreibt, n umgewandelt in Einheiten
mit wehrmachtahnlichem Stellenplan".
Die Gliederung erfolgt nach militarischem Muster. Auch die Dienstbezeichnungen
werden militarisiert. Neueintretende heillen jetzt - wie einst - ,,recruits'.
Fur
die 35 000 GSO-Manner, von denen zur Zeit 16000 in Niedersachsen, 13 000
in
Nordrhein-Westfalen und 6000 in Hamburg und Schleswig-Holstein eingesetzt
sind, bedeutet diese ,Bekanntgabe vor der Frontu kaum eine Uberraschung.
Sie
wui~ten, daB schon im Herbst 1950 in den Anstellungsvertraigen das W6rtchen
,zivil' gestrichen und ,,Arbeit' durch ,,Dienst" ersetzt worden war
...
... Neu ist auch die Anordnung, daB die deutschen Soldner kiinftig nicht,
wie bisher,
nur im britisdlen Besatzungsgebiet, sondern auf Befehl der Amerikaner in
ganz
Westdeutschland eingesetzt werden.
.General Speidel hat sich teilweise sehr verairgert uber die ,kalte Remilitarisierung'
in der amerikanischen und britischlen Zone durch Aufstellung groBerer Einheiten
der
Industriepolizei und Wachkommandos geduI3ert. Wie verlautet, sollen diese
For-
mationen durch Verbande der ehemaligen Wlassow-Armee und DPs verstairkt
werden. Politische Beobachter in Bonn beziffern ihre Gesamtstarke auf bereits
125 000 Mann. Man spricht vom Aufbau getarnter Fremdenlegionen, die der deut-
schen Befehlsgewalt entzogen sind. Es ist anzunehmen, daB von alliierter
Seite der
Aufbau der Industriepolizei und ahnlicher Verbande bewuBt forciert wird,
da der
Weg fiber die offizielle Wiederbewaffnung auf unerwartet heftigen Widerstand
der
Deutschen gestoBen ist." (,,Kasseler Zeitung", Kassel, 23. Februar
1951.)
Im uibrigen haben - einer Meldung der ,Neuen Zeitung", Mdnchen-Berlin,
vom
13. Dezember 1950 zufolge - die ,,Arbeitseinheiten' ihre Tfitigkeit auch
in West-
Berlin aufgenommen. ,Dies wurde am Dienstag vom Hauptquartier der amerikani-
schen Garnison in Berlin bekanntgegeben."
Die in der ,Kasseler Zeitung" angegebene Ziffer ist sicher nicht zu
hoch gegriffen.
Das Amt ffur Information der Deutschen Demokratischen Republik hat Ende April
1950 auf Grund exakter Unterlagen die Stirke dieser Arbeitseinheiten in der
ame-
rikanischen Zone auf 107 400 und in der britischen Zone auf 80 000 Mann beziffert.
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