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Nationale Front des Demokratischen Deutschland / Weissbuch über die amerikanisch-englische Interventionspolitik in Westdeutschland und das Wiedererstehen des deutschen Imperialismus
2. Aufl. ([1951])

5. Der deutsche Generalstab im Aufbau und in Funktion,   pp. 159-168 PDF (3.9 MB)


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Den politisch bedeutsamen Posten des papstlichen Nuntius bekleidete in den
Jahren
der Weimarer Republik der jetzige Papst als Nuntius Pacceli. Die Stellung
des Ka-
tholiken Adenauer und einiger seiner wichtigen Mitarbeiter aus der friiheren
Zen-
trumspartei, zum Beispiel Dr. Spiecker, und die Remilitarisierung in Westdeutsch-
land muissen unbedingt auch unter dem Gesichtspunkt des vatikanischen Einflusses
gesehen werden.
Nochmals: Die ,Bruderschaftu
In dem Bericht uber Spieckers Reise ist u. a. der Name Rudel genannt. Es
handelt
sich um den frfiheren Oberst der Luftwaffe, Hans-Ulrich Rudel. Unter seiner
Lei-
tung wird in Sudamerika das sogenannte ,,Kameradenwerk" organisiert
,,zur Unter-
stiitzung in Not befindlicher ehemaliger Soldaten ohne Existenz und aller
noch in
Haft befindlichen Soldaten der ehemaligen Nazi-Wehrmacht". Wie bei ahnlichen
Organisationen in Westdeutschland handelt es sich um eine getarnte Nazi-
bzw.
militarische Organisation. Rudel ist ohne Zweifel eine Schliisselfigur in
der Wieder-
aufrichtung des deutschen Militarismus, sofern es sich um die in Sudamerika
be-
findenden ,,Reservenu handelt. Obwohl von den Englandern aus ein Haftbefehl
gegen
ihn lauft, war er im Jahre 1950 besuchsweise in Westdeutschland und Anfang
des
Jahres 1951 erneut. Rudel ist ein eifriger Werber fur die Wiederaufruistung
West-
deutschlands. Im Durer-Verlag in Buenos-Aires hat er eine Broschuire heraus-
gegeben: ,,Wir Frontsoldaten zur Wiederaufruistung." Einer Meldung der
DPA
vom 4. April 1951 zufolge fordert er als Voraussetzung einer Wiederaufriustung
,,die sofortige Wiederherstellung der vollen deutschen Souveranitat, wodurch
die
notwendige Handlungsfreiheit ,fir eine wahrhaft deutsche Regierung' entstehen
werde. Ferner mriiBten die Westmachte eine bindende Versicherung an das deutsche
Volk abgeben, seine Wiedervereinigung vorzunehmen, sobald ,die westlichen
Alliierten allein dazu in der Lage sind'. Um das deutsche Volk zu einem neuen
Waffengang zu bewegen, mufflten die Westmachte als Lohn fur einen deutschen
Einsatz gegen den Weltbolschewismus dem deutschen Volk den notwendigen ,Le-
bensraum' zugestehen, der nur im Osten liegen k6nne.'
Auch in der argentinischen Zeitschrift ,,Die Geopolitik" schrieb Rudel
fiber die Re-
militarisierung. Dort fordert Rudel als Voraussetzung deutscher Beteiligung
u. a.:
,,Entlassung aller Kriegsverbrecher, Rehabilitierung der deutschen Soldatenehre,
Aufstellung eines militarischen Schirms von 100 Divisionen an der Ostgrenze,
in
deren Schutz die deutsche Wiederbewaffnung vollzogen werden soll, Wieder-
herstellung der absoluten Souveranitat und Gleichberechtigung." (,,Welt
am Sonn-
tag", 18. Februar 1951.)
Rudel ist wahrend seines letzten Aufenthalts in Deutschland - er beabsichtigt
bald
ffur immer nach Deutschland zuriuckzukommen -  der ,,Sozialistischen Reichspartei"
von Remer und Dorls beigetreten und ist auBerdem eine Verbindung mit der
,,Bruderschaft" eingegangen. (DPA. 19. bzw. 6. Februar 1951.)
In einem Bericht von ,,The New Statesman and Nation", London, vom 1.
Juli 1950
laBt sich der Berichterstatter fiber die realen Anzeichen der Remilitarisierung
in
Westdeutschland aus und sagt dabei fiber die ,,Bruderschaft":
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