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The History Collection

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Nationale Front des Demokratischen Deutschland / Weissbuch über die amerikanisch-englische Interventionspolitik in Westdeutschland und das Wiedererstehen des deutschen Imperialismus
2. Aufl. ([1951])

5. Der deutsche Generalstab im Aufbau und in Funktion,   pp. 159-168 PDF (3.9 MB)


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mus und Imperialismus war diese Fraktion bereit, . ihren Fifhreru zu opfern.
Das war.
die Gruppe, die am 20. Juli 1944 den stfimperhaft organisierten Ansdhlag
gegen
Hitler unternahm. Die Orientierung auf den Westen wurde noch wahrend der
Kapi-
tulation,.im Mai 1945, durch den vom ,,Fuhreru zum Fiihrer ernannten Admiral
Dbe
nitz versucht. In einer Rundfunkrede sagte er: ,Unsere politische Linie ist
sehr
klar... Wir mfissen mit den Westmdchten zusammengehen und mit ihnen in den
Westzonen arbeiten; nur in der Zusammenarbeit mit ihnen konnen wir darauf
hof-
fen, sp&ter unser Land von den Russen wiederzugewinnen."
Das Odium der Niederlage in dem vom deutschen Generalstab organisierten und
ge-
ffibrten Krieg durfte nicht an ihm haften. Dieser Stellungswechsel vollzog
sich nicht
,,nach Plan", woran allerdings die Westmndchte keine Schuld trugen.
Und wenn heute
die Westmdchte den deutsdhen Militarismus mit Gewalt wieder auf die Beine
stellen,
dann kann man wohl sagen, daB das ein beachtlicher Erfolg des Besiegten von
ge-
stern gegenuiber dem Sieger ist. Das Scheitern ihrer Plane bleibt keinem
der beiden
Partner erspart.
Immerhin haben die Versudie von 1944 und 1945 ein Alibi fulr die Fraktion
des
deutschen Militarismus geschaffen, die seit 1945 als Mittler zu den Westmiichten
in
Erscheinung tritt zum Zwecke der Reetablierung des deutschen Militarismus,
was
nicht besagt, daB die anglo-amerikanischen Kriegsmacher auf die Dienste anderer
deutscher Militaristen verziditen. Bescheiden zundchst traten sie auf als
Memoiren-
schreiber, dann in ihren Forderungen immer anspruchsvoller werdend, je dring-
licher ihre Diens'te von den anglo-amerikanischen Kriegsmachern ben6tigt
werden.
1945 war die Niederlage des deutschen Imperialismus verheerender als 1918,
aber
die Bedingungen fur die Wiedererstarkung des deutschen Militarismus waren
in-
sofern giinstiger, als diesmal der amerikanisch-britische Imperialismus auf
der
sdmellen und umfassenden Wiederaufrichtung des deutschen Militarismus besteht.
Halder und Guderian - zwei Generalstabschefs Hitlers in USA-Sold
Zu den ersten deutschen Militarexperten, die von den Amerikanern gedhartert
wurden, gehoren der einstige Chef des Generalstabes der Nazi-Wehrmacht, General-
oberst Franz Halder, und der nach dem 20. Juli 1944 von Hitler als Generalstabschef
berufene Generaloberst Heinz Guderian. Halder trat in der ,Historischen Abteilung
beim Stab der amerikanischen Besatzungsmacht in Sold. Sein 1949 in Munchen
er-
schienenes Buch ,Hitler als Feldherr' erreichte durdi Forderung der amerikanischen
Besatzaingsmacht eine Auflage von 100 000 Exemplaren. In dem Buch wird die
Goeb-
bels-Lilge erneut serviert, Hitler sei mit seinem Angriff auf die Sowjetunion
einem
russischen Angriff in letzter Minute zuvorgekommen. Der Versuch, Hitlers
heim-
tiickischen Uberfall auf die Sowjetunion und den dadurch begangenen zynischen
Bruch eines.internationalen Vertrags zu rechtfertigen, hat ffur die amerikanischen
Kriegstreiber einen sehr aktuellen Wert. Das Budh Halders hilft den geplanten
ame-
rikanischen Uberfall auf die Sowjetunion psychologisch vorbereiten.
Guderian, Hitlers letzter Generalstabschef, unternimmt es, die neue Doldistoille-
gende zu fabrizieren. In einer bei Vohwinkel, Heidelberg, Anfang 1951 erschienenen
Broschure verficht Guderian die These,  riickschauend betradhtet' habe Hitlers
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