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Nationale Front des Demokratischen Deutschland / Weissbuch über die amerikanisch-englische Interventionspolitik in Westdeutschland und das Wiedererstehen des deutschen Imperialismus
2. Aufl. ([1951])

4. Die "psychologischen Voraussetzungen" werden geschaffen,   pp. 153-159 PDF (2.7 MB)


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nen. Der eiele Schritt war die Reetablierung der deutschen *Soldatenehre'
durci
General Eisenhower, der andere die groBe Amnestie fur Nazi-Kriegsverbrecher
durch
McCloy und General Thomas T. Handy. Uber Zweck und Form des ersteren Schrit..
tes unterrichtet der amerikanische Journalist Drew Middleton in der ,New
York
Times' vom 24. Januar 1951 aus Frankfurt a. M.:
IDas Vorwartskommen im Hinblick auf die Wiederaufruistung Westdeutschlands,
von der Brfusseler Aul3enministerkonferenz im Dezember 1950 als ,dringlidheb
MaI3-
nahme' festgestellt, war vernachlassigt, obwohl Beamte im Biiro des amerikanischen
Hochkommissars und General Dwight D. Eisenhower, der am meisten beruihmte
Furspredier fdr Starke durdi Einheit, ihr Bestes getan haben, um die Deutschen
zur
Aktion zu drangen.
Der Oberkommandierende gab heute morgen vor seiner Abreise nadi Paris erneut
eine Erklarung ab, die darauf berechnet war, die Deutschen, speziell die
Militars, zu
dberzeugen, dal der Westen bereit ist, sie als ehrenhafte Waffenkameraden
anzu-
erkennen bei der Aufgabe des Wiederaufbaues der europaischen militarischen
Macht.
General Eisenhower erklarte: ,Id sagte dem Kanzler und den anderen deutschen
Herren, mit denen idh gestern abend gesprochen habe, idh sei zu der Uberzeugung
gekommen, daB ein tatsdchlicher Unterschied zwischen den regularen deutschen
Sol-
daten und Offizieren und Hitler und seiner verbrecherischen Gruppe bestehe.
Ich
glaube nicht, daB der deutsche Soldat seine Ehre verloren hat.'
Diese Feststellung war offensichtlidh durch Beamte der Vereinigten Staaten
inspi-
riert, die sidi mit den deutschen Beschwerden zu befassen haben, daB die
Ehre der
deutschen Armee und ihrer Offiziere seit dem Krieg durdi die Alliierten verletzt
worden sei.'
Diesem Bericht sei ein Kommentar der ,Rhein-Neckar-Zeitung" angeffigt,l
das ,Der
Morgen, Berlin, am 30. Januar 1951 zitierte: Um Kriege zu fuhren, braucht
man
natirlidi Soldaten. Was liegt naher, als nun den deutschen Landser in seiner
ge-
kr&nkten Ehre zu rehabilitieren, damit er wieder eine Knarre in die Hand
nehme?
Wuirde man den deutschen Soldaten jetzt nicht dringend brauchen, hatte General
Eisenhower diesen Ausspruch bestimmt nicht getan, denn dazu hatte er ja tiber
funf Jahre Gelegenheit.' Eisenhowers Erklarung ist auch insofern von Bedeutung,
als er seinerzeit beim Einrucken der amerikanischen Truppen nach Deutschland
erklart hatte, daB fur ihn k e i n Unterschied zwisdhen Nazis und anderen
Deutschen
bestehe.
Umr die Handlungsweise des Generals Eisenhower ganz eindeutig zu charakierisieren,
bringen wir in Erinnerung, was er in der ersten Nummer der ,Neuen Zeitung',
Muin-
dien, dem Organ der amerikanischen Militarregierung, am 18. Oktober 1945
als Ein-
eitung schrieb: ,Die Sauberung von Nazis und Nazitum wird mit allen zu Gebote
stehenden Mitteln besorgt werden. Sie wird nicht nur Parteimitglieder betreffen,
sondern alle jene, die - auf die eine oder andere Weise - NutznieBer des
Natio-
nalsozialismus gewesen sind. Es gibt keine ,unentbehrlichen' Nationalsozialisten
...
Neben dem Nationalsozialismus muB aber auch deT Militarismus vernichtet werden.
Die AuBere Entmilitarisierung Deutschlands, wird erfolgreidi durcigefifhrt,
aber sie
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