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The History Collection

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Nationale Front des Demokratischen Deutschland / Weissbuch über die amerikanisch-englische Interventionspolitik in Westdeutschland und das Wiedererstehen des deutschen Imperialismus
2. Aufl. ([1951])

3. Ein deutsches Söldnerheer als "Himmelfahrtskommando" für den amerikanischen Krieg,   pp. 146-153 PDF (3.2 MB)


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p e n t e i Ie i n W e s t d e u t s c h I a n d.* (Vierteljahresbericht
des amerikanischen
Hochkommissars fur Deutschland, McCloy. Offizielle deutsche Fassung. Berichtszeit
1. Oktober bis 31. Dezember. 1950.)
Dem Ruf der Bonner Politiker, der mit den Beauftragten Washingtons abgesprochen
ist, wird seitens der westlichen Besatzungsmachte bereitwillig entsprochen.
Seit
Monaten rollen die Truppenverstarkungen der Westmdchte an in einem AussmaB
und
Tempo, daB mit Recht von einer Invasion gesprodhen wird. Ihr Umfang wurde
durch
die Miinchener Allgemeine", Mdinchen, 13. Aprir 1951, wie folgt beschrieben:
,Wahrend der USA-Senat... nach lIngerer Debatte dem Plan Trumans zustimmte,
vier weitere amerikanische Divisionen nach Westeuropa zu entsenden, ist bereits
in
aller Stille die schon lange geplante Verstarkung der alliierten Truppen
in Deutsch-
land angelaufen ... Der monatliche Zugang betragt nach Informationen aus
dem
europaischen Hauptquartier in Heidelberg viertausend bis ffinftausend Mann."
Nadc
Eintreffen der 82. Fallschirmjager-Division werden drei kriegsstarke amerikanische
Divisionen auf deutschem Boden sein. Sie werden mit Waffen ausgerustet, die
sich
in Korea bewahrt haben. Die Englainder haben wahrend der Wintermonate ihre
in
Deutschland stehende 2. Infanteriedivision und die 7. Panzerdivision auf
volle Kriegs-
starke gebracht. Hinzugekommen ist bis April die 11. britische Panzerdivision.
Eine
weitere Infanteriedivision soll hinzukommen. Frankreich hat drei Divisionen
in
Deutschland stehen und will imr Laufe des Jahres fuinf einsatzbereite Divisionen
dort
haben. ,,Zu den acht starken augenblicklikh verfuigbaren Divisionen kommen
noch
je eine belgische, danische und norwegische Brigade... Zusammen mit den von
den
Landern zugesagten Verstarkungen wird; Atlantik-Oberbefehlshaber Eisenhower
in
Deutschland bis zum Herbst voraussichtlich uiber emne Streitmacht von 15
bis 16 Divi.
sionen verfugen.
Die Angaben der ,,Miinchener Allgemeinen' decken sich etwa mit den bis Ende
Juli
1951 bekanntgewordenen Zahlen uiber die Truppenverstarkungen der Westmachte
in Deutschland, wobei mit Sicherheit anzunehmen ist, daB die Truppenverstarkungen
umfangreicher sind, als in offizibsen Berichten angegeben. Bis Ende 1951
wollen die
Amerikaner ihre Interventionstruppen in Westdeutschland um das Dreifache
gegen-
uber dem Stand von Ende 1950 verstarken. AuBer den Truppenverstarkungen der
Westmachte ist als Neuerung beachtenswert, daB die Dislokation der Truppen
einer
oder der anderen Besatzungsmacht innerhalb der drei Zonen ohne Ruicksicht
auf die
Grenzen vorgenommen werden kann, um so den wirkungsvollsten Einsatz zu er-
m6glichen.
Zu den aufgefiuhrten Streitkraf ten der Westmachte kommen noch starke Kontingente
von Luftstreitkraften. Der USA-Staatssekretar fur die Luftstreitkrafte, Finletter,
be-
tonte den Niirnberger Nachrichten' vom 6. Juni 1951 zufolge: ,,Der Westen
muI3
versuchen, sich in Europa eine klare Luftiiberlegenheit zu sichern, die USA-Luft-
streitkrafte planten aus diesem Grunde, den grdften Teil ihrer taktischen
Verbande
der atlantischen Verteidigungsstreitmacht zur Verfugung zu stellen..."
Eine frivole ,,Rechtfertigungu fur die forcierte Invasion der Atlantikpaktstreitkrafte
fabriziert McCloy in seinem Vierteljahresbericht (1. Januar bis 31. Marz
1951).
Er schreibt, daB die Vereinigten Staaten, GroBbritannien und Frankreich begonnen
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