University of Wisconsin Digital Collections
Link to University of Wisconsin Digital Collections
Link to University of Wisconsin Digital Collections
The History Collection

Page View

Nationale Front des Demokratischen Deutschland / Weissbuch über die amerikanisch-englische Interventionspolitik in Westdeutschland und das Wiedererstehen des deutschen Imperialismus
2. Aufl. ([1951])

2. Hauptkriegsschauplatz Deutschland,   pp. 134-145 PDF (4.7 MB)


Page 145

Teile des deutschen Volkes durch diese tiickische Dummheit vom ,,Blitzkrieg
fur
den amerikanischen Krieg zu gewinnen, unternehmen die Schumacher, Ollenhauer,
Carlo Schmid und Reuter. Die Forderung Schumachers an die USA-Strategen:
Der
Krieg gegen Osten muB hinter der Weichsel beginnen, bezweckt eine bosartige
Irre-
fiuhrung der Deutschen: das deutsche Volk soll eingeschlafert und in der
Illusion
gewiegt werden, daB Deutschland kein Kriegsschauplatz sein wird; als ob die
Uberrumpelung und Besetzung des Gebietes der DDR und Polens ein harmloser
Pfingstausflug ware und als k Deutschland als ,,Hinterland' und Etappe des
ame-
rikanischen Anti-Sowjetfeldzuges vom Krieg verschont bliebe. Schumacher will
aber
auch durch seine stupide Lulge das deutsche Volk an den Gedanken gewohnen,
daB
der Krieg gegen die Sowjetunion das selbstverstindlichste Ding in der Welt
ffur die
Deutschen ware. Beachtlich ist, daB Schumacher und seine Gefahrten die Gruppe
der
amerikanischen Kriegspartei in Deutschland bilden, die am allerwenigsten
ver-
8iuchen, den Krieg gegen die Sowjetunion als ,VerteidigungskriegU zu deklarieren.
.Der regierende Buirgermeister von Berlin, Ernst Reuter,
hat auf der Jahresversammlung der Vereinigung ,Americans
for democratic Action' erklart, es sei h6chste Zeit aufzu-
h6ren, nur an Verteidigung zu denken. Reuter bat um ver-
starkte amerikanische Hilfe fur Berlin.' (,,Die Welt", Hamburg,
28. Februar 1951.)
Dr. Schumacher fordert, den ,,Nirnberger Nachrichten" vom 25. Oktober
1950 zu-
folge, ,,seit Monaten die Aufstellung zahlreicher alliierter Divisionen in
Deutsch-
land, um im Falle eines Krieges die erste Schlacht an der Elbe und die zweite
an
der Weichsel schlagen zu k6nnen; die angekuindigten Verstarkungen seien nicht
ausreichend und wurden keinen Schutz bieten".
,Der zweite Vorsitzende der Sozialdemokratischen Partei, Erich Ollenhauer,
be-
richtete in Bonn nach einer fast dreiw6chigen Informationsreise durch die
USA, daB
die Amerikaner ,absolut entschlossen sind, eine unerh6rte Anstrengung im
Interesse
der Aufriistung auf sich zu nehmen. Wesentlich ist, daB das deutsche Volk
durch
die Gesamtheit der amerikanischen Handlungen zu der Uberzeugung kommt, daB
die Amerikaner im Ernstfall Europa so weit dstlich wie m6glich verteidigen
wollen'."
(,,Hamburger Echo", 26. Februar 1951.)
.In einer Ansprache vor einer offentlichen Versammiung in Mtinchen betont
Pro-
fessor Carlo Schmid, der sozialdemokratische stellvertretende Bundestagsprasident,
die Sozialdemokraten wiirden nur dann fMr eine deutsche Mitwirkung an der
Ver-
teidigung Europas eintreten, wenn sie sicher sein k6nnten, daB im Kriegsfalle
die
Zweite Schlacht bereits 6stlich der Weichsel in Polen ausgefochten wurde.
Es ware
seiner Ansicht nach besser, in einem unzerst6rten Hause bolschewisiert zu
werden
als die Bolscdewisierung als Kruippel in einer Erdhohle zu erleben."
(Vierteljahres-
bericdit des amerikanischen Hochkommissars fur Deutschland, McCloy, 1. Oktober
bis 31. Dezember 1950.)
145I
10


Go up to Top of Page