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The History Collection

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Nationale Front des Demokratischen Deutschland / Weissbuch über die amerikanisch-englische Interventionspolitik in Westdeutschland und das Wiedererstehen des deutschen Imperialismus
2. Aufl. ([1951])

2. Hauptkriegsschauplatz Deutschland,   pp. 134-145 PDF (4.7 MB)


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diese Plane fMr Deutschland haben, erklarte der fuihrende Vertreter der amerika-
nischen Republikanischen Partei, Senator Robert Taft, ein hartgesottener
Reaktio-
nar, laut ,Stuttgarter Zeitungu vom 23. Januar 1951 folgendes:
,,Der Versuch der Westmachte, starke Landstreitkrafte in
Europa aufzustellen, heiBe die Zerstorung Europas he'rauf-
beschw6ren. Die Deutschen wuiBten, daB die Stationierung
einer groBen Armee in Deutschland ,die Zerstorung ihres
Landes bedeutes, weil Deutschland das Schlaclhtfeld in einem
neuen Krieg sein wuirde. Die Deutschen wurden eine Wieder.
aufrfistung    eben aus diesem       Grunde nicht wollen.'
Diese Feststellung des amerikanischen Senators Taft ist wohl begrulndet.
Der Schwei-
zer Standerat Gottlieb Duttweiler, der Anfang des Jahres 1951 von einer Infor-
mationsreise aus den USA zuruickkehrte, hat den durch Indiskretion Schweizer
Kreise
auch durch die italienische Presse bekanntgewordenen strategischen Plan der
USA
ffir die "Verteidigung Westeuropasu mitgeteilt:
. 1. Z e r m Li r b u n g s s c hI a c h ten d e r An gre if e r z wi s c
h en El b e u n d
Rhein. 2. Wenn diese Zone durch die Russen erobert werden
sollte, Fortfuihrung der Zermuirbungstaktik auf franzo-
sischem Boden, wo die nichtfranz6sischen Atlantikkrafte
sich im sogenannten ,belgischen Quadrat' zur Verteidigung
stellen wuirden. 3. Falls auch dieser Widerstand nicht von
Dauer sei, Verteidigung der beiden suidlichen Halbinseln
Italien und Spanien umr jeden Preis. Die Verteidigungslinie
wuirde durch die Alpen und Pyrenaen laufen, um                  genuigend
Kuistenpunkte fuir Landungsoperationen                 bereitzustellen.
4. It a li e n, S c h w e i z u n d W e s t o s t e r r e i c h w u r d e
n i n d i e s e L i n i e
e i n b e z o g e n.u (,Schwabische Landeszeitunga, Augsburg, 5. Februar
1951.)
General Omar Bradley, Chef des Generalstabes der USA-Armee, entwickelte in
August 1949 vor dem AusschuB fuir Auswartige Angelegenheiten des amerikanischen
Reprasentantenhauses in Washington einige Grundideen seines strategischen
Planes
fur den amerikanischen Krieg in Europa. Bradley erklarte nach demr Bericht
des
amerikanischen Magazins ,Life' vom 29. August 1949:
,Angesichts der allgemein akzeptierten Theorie, daB 175 aktive russische
Divi-
sionen ohne aufgehalten zu werden bis zur Kiiste des Atlantiks vordringen
k6nnten,
sei ein westeuropaisches Verteidigungsprogramm n6tig, bei demr die Flotten
der
Alliierten die Seewege fur die Heranfuihirung der Verstarkungen offenhalten.
Hinter
dem Denken des Militars stand die Behauptung, daB das Westufer des Rheins
mit
25 bis 30 wiederausgerusteten und wiederaufgefrischten Divisionen europaiscjier
Soldaten gehalten werden k6nnte. Umr den Ubergang zu erzwingen, mvI~te RuBland
seine Armeen konzentrieren, so daB ihre Nachschublinien von 1000 Meilen lohnende
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