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Nationale Front des Demokratischen Deutschland / Weissbuch über die amerikanisch-englische Interventionspolitik in Westdeutschland und das Wiedererstehen des deutschen Imperialismus
2. Aufl. ([1951])

3. Blüten des Neofaschismus am Baum der Remilitarisierung,   pp. 107-114 PDF (2.9 MB)


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sitzende der nDeutschen Union', Baron von Stauffenberg, hat einige Erklarungen
fiber die ,Bruderschaft' abgegeben, die beweisen, daB diese eine Agentenzentrale
der Westalliierten ist. Die nBrilderschaft' habe ,die Aufgabe, ,,die Bildung
einer poli-
tischen Elite zu erm6glichen". Der Baron vertrete die Auffassung, daB
die west-
deutsche Situation geheimeUntergrundorganisationen rechtfertige und auch
gestatte.
Vor allem die aktiven HJ-Fuhrer und die ,,jungere Offiziersgeneration hatten
sich
entschlieBen mussen, falschie Namen anzunehmen". Deren Gesamtzahl betrage
allein
bei -den jufngeren Deutschen etwa 80 000. Sie seien jedoch ,untereinander
in Verbin-
dung und stellten das Reservoir .aktivistischer Temperamente dar, das eines
Tages
in Bewegung gebracht werden k6nne".
Die Mehrheit der wUntergetauchten' sel ein ,brauchbares politisches Element".
Sie
verffigten fiber eine nennenswerte fachliche und organilsatorische Fahigkeit,
die sie
schon dem nationalsozialistischen Staat zur Verfuigung gestellt hatten, dessen
tech-
nisdhe Exaktheit und Aktionsfdhigkeit" hervorgehoben werden miisse.
Der groBte
Teil de'r JIllegalen' habe sich bereits wieder erfolgreich in den ,,ArbeitsprozeB"
ein-
gegliedert. Sie arbeiteten mit denen zusammen, die fruher ideologisch ihre
Gegner
gewesen seien, den Besatzungsmachten.'
AbschlieBend wies Stauffenberg darauf hin, daB ,,die Manner der ,Bruderschaft'...
ihre M6glichkeiten maBvoll dazu benutzen, in ihren Kreisen die Notwendigkeit
eines europaischen Zusammenschlusses zu f6rdern und sich gegen die Sinnlosigkeit
einer deutschen Bewaffnung auf nationaler Basis zu wenden", das heift,
ungest6rt
fiur die Aufstellung eines westdeutschen S6ldnerheeres in der westeuropaischen
Armee zu arbeiten.
Bfinde ehemaliger Soldaten
AuBer den vielen Organisationen ehemaliger Offiziere und Generale sind in
West-
deutschland groBe Organisationen ehemaliger Soldaten der Hitler-Wehrmacht
ge-
schaffen worden. Es handelt sich bei diesen Organisationen um den Versuch,
mog-
lichst groBe Menschenreservoirs ffir die vorgesehene Wiedereinffihrung der
all-
gemeinen Wehrpflicht zu haben. Diese Organisationen sind nach dem Muster
der
sogenannten Frontsoldatenbiinde der Weimarer Republik zusammengefaBt und
sind
ein Ausdruck des in Westdeutschland wiedererstehenden Nazismus.
So ist Ende Februar 1951 in Frankfurt a. M. mit ,,wohlwollender Einwilligung'
des
westdeutschen Innenministers Dr. Lehr die halbmilitarische Organisation ,Stahl-
helm' neu konstituiert worden.
Seit Anfang April sind die Bestrebungen, die bestehenden Binde ehemaliger
Sol-
daten in Westdeutschland zu vereinigen, in ein aktives Stadium getreten.
Der gr6Bte
deutsche Soldatenbund, der BVD (Bund versorgungsberechtigter ehemaliger Wehr-'
machtsangehbriger, Vorsitzender Admiral a. D. Hansen, Kiel), hat fiber 80
000 Mit-
glieder. Diese Organisation wird mit dem ,Schutzbund ehemaliger deutscher
Sol-
daten" vereinigt, der im Marz 1951 gegrundet wurde und bei der Gruindung
in
Bayern 5000 Mitglieder umfaBte. Der Bundesvorsitzende ist Generalleutnant
a. D.
und Ritterkreuztrager Krakau, der Landesvorsitzende ffir Bayern Oberst a.
D.
Gumbel.
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