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The History Collection

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Nationale Front des Demokratischen Deutschland / Weissbuch über die amerikanisch-englische Interventionspolitik in Westdeutschland und das Wiedererstehen des deutschen Imperialismus
2. Aufl. ([1951])

4. Westdeutsche Wirtschaft - Teil der USA-Kriegswirtschaft,   pp. 83-94 PDF (4.2 MB)


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einigermaBen genau feststellen, wenn man die einzelnen Steuergruppen herauslost,
die- in erster Linie von den Werktatigen getragen werden. Dabei ergibt sich
nach
der amtlichen westdeutschen Statistik folgendes Bild:
Anteil am Steuerauikommen (in v. H.)
Jahr                        Werktatige    Unternehmer
1946/47 .    .    ... .         51,3          48,7
1947/48         ...            . 53,3         46,7
1948/49 .    .    ......    .. .  58,3        41,7
1949/50 .    .    ......    .. .  68,1        31,9
1950/51 1. Vierteljahr  ...     67,2          32,8
2. Vierteljahr .71,9                    28,5
3. Vierteljahr ... .     .  72,5       27,5
Jan./Febr . .....        .  82,6        17,4
Je weiter die Aufruistung fortschreitet, desto starker werden also die Steuerlasten
auf die Werktatigen, die Arbeiter und Angestellten, abgewalzt.
Die Verschdrfun g der Ausbeutung der Werktatigen kommt in der steigenden
Wochenarbeitszeit in der Industrie zum Ausdruck, die heute in Westdeutschland
bereits h6her ist als in der Periode der faschistischen Aufruistung. Gegen
45,6 Stun-
den im Jahre 1936 und 46,5 Stunden 1938 betrug sie im Marz 1951 bereits 47,9
Stun-
den pro Woche.
Eine andere Form der Steigerung der Ausbeutung ist die standige Intensivierung
der Arbeit, die sich in den steigenden Produktivitatszahlen ausdriuckt. Vom
April
1950 bis April 1951 ist die Intensitdt der Arbeit in der gesamten Industrie
um 17 v.H.
erhoht worden. In einzelnen Industriezweigen ist sie jedoch viel starker
gestiegen.
Dabei handelt es sich in erster Linie um die gegenwartig fur die Aufrustung
wichtig-
sten und die am starksten vom amerikanischen Finanzkapital beeinfluBten Indu-
strien. So ist die Intensitat der Arbeit in der Elektroindustrie um 28 v.
H., in der
Kohlenwertstoffindustrie um 34 v. H., in der Erddlfdrderuxng um 22 v. H.
gestiegen,
wvhrend die Arbeitsintensitat in den Gebrauchsgiiterindustrien noch um 20
bis
30 v. H. unter dem Vorkriegsniveau liegt.
Die Lage der Werktatigen wird durch die Rtistungsmal3nahmen des deutschen
Impe-
rialismus stetig verschlechtert. Fur die grol3en Trusts und Konzerne ist
jedoch
wieder die Zeit riesiger Gewinne angebrochen. Die Geschaftsberichte der groBen
Aktiengesellschaften selbst konnen diese Tatsache heute nicht mehr verschleiern.
Wahrend der Anteil der Werktatigen, der Arbeiter und Angestellten am Volks-
einkommen immer weiter zuruickgeht, steigt der Anteil der deutschen Imperialisten,
die gerade aus diesem Grunde ihre Kriegs- und Remilitarisierungspolitik immer
weiter vorantreibei. Das wirtschaftswissenschaftliche Institut der Gewerkschaften
hat die Veranderung des Anteils der Arbeiter und Angestellten einerseits
und der
Unternehmer andererseits am westdeutschenVolkseinkommen berechnet und kommt
dabei zu folgendem Ergebnis:
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