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Nationale Front des Demokratischen Deutschland / Weissbuch über die amerikanisch-englische Interventionspolitik in Westdeutschland und das Wiedererstehen des deutschen Imperialismus
2. Aufl. ([1951])

3. Die gefährlichsten westDeutschen Kriegshetzertrusts,   pp. 77-82 PDF (2.2 MB)


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anderem die Maschinenanlagen des Hfittenwerks Auboue im Bezirk Briey nach
sei-
ner Kneuttinger Hutte abtransportieren lassen. Auch vor betruigerischen Handlun-
gen schreckte dieser skrupellose monopolistische Pirat nicht zuriuck, wenn
es um
seinen Profit ging. Wahrend des ersten Weltkrieges kaufte er zum Beispiel
aus den
Staatlichen Werken in Spandau FluBeisen fur 250 Mark je Tonne, das er nach
einigen
Zwischenstationen fuir 490 Mark je Tonne an eine andere Abteilung desselben
Wer-
kes weiterverkaufte.
Der Klockner-Besitz, der aus Riesenschiebungen und ungeheuren Gewinnen zweier
Weltkriege herrifhrt, wird ebenfalls in einer einzigen ,Kerngesellschaft"
zusammen-
gefaBt, deren Bedeutung nicht weit hinter dem Krupp-Besitz zuruickbleibt.
Ihre Ver-
bindung mit den Zechen Ickern und Victor sowie den drei dazugehorigen Kokereien
sichert der neuen Kl6ckner-Gesellschaft eine bedeutende Vorzugsstellung.
Als Gun-
ter Henle sich zum ,,Stahltreuhander" ernennen lieB, wuBte er wohl,
was er tat. Jetzt
hat sich diese Ernennung fur die Familie bezahIt gemacht. Mit der Familie
in enger
Geschaftsfreundschaft verbunden ist ulbrigens Herr Pferdmenges, wahrend die
Kiock-
ners ihrerseits von jeher enge Verbindungen zur Deutschen Bank und zu Herrn
Abs
unterhalten haben.
Auch die Mannesmann sind eine alte Kriegsverbrecherfamilie. Bereits lange
vor dem
ersten Weltkrieg waren es ihre ausgedehnten Erzinteressen in Marokko, die
Deutsch-
land an den Rand des Krieges brachten, und die jene beruichtigte Provokation
des
deutschen Imperialismus, den ,,Panthersprung nach Agadir', die Entsendung
des
Kanonenbootes Panther nach Marokko heraufbeschworen hatten.
Sie waren von jeher fuhrend in der Finanzierung der extrem chauvinistischen
Ele-
mente Deutschlands, des Alldeutschen Verbandes, und es war daher auch nicht
ulber-
raschend, daB gerade der Generaldirektor von Mannesmann, Wilhelm Zangen,
von
Hitler zum Vorsitzenden des Reichsruistungsrates und zum ,,Fiihrer"
der Reichs-
gruppe Industrie ernannt wurde. Der Vorsitzende des Reichsruistungsrates
sorgte
dafuir, daB seinem Trust die fettesten Ruistungsauftrige zugeschanzt wurden.
Auch der Besitz der Mannesmannwerke bleibt durch die sogenannte Entflechtung
v6llig unberulhrt. Ein weiterer Trust kann somit neue Kriegsverbrechen planen
und
vorbereiten.
Die Familie Haniel ist nicht nur fiuhrend in einem der wichtigsten westdeutschen
schwerindustriellen Konzerne, der Gutehoffnungshiitte. Ihre Verbindungen
gehen
auch zu den groBen Elektro-Trusts, zu den Siemens-Werken und der AEG. Der
wichtigste Vertreter der Haniel-Interessen ist Hermann Reusch, einer der
fufhrenden
Reprasentanten der westdeutschen Ruistungsindustriellen. Einer der Kriegsverbrecher
aus dem Flick-Konzern, Gerhard Bruns, ist nach dem zweiten Weltkrieg aus
Mittel-
deutschland zur Gutehoffnungshutte ubergewechselt, die er zu einem der entschei-
denden Riistungsbetriebe Westdeutschlands ausgebaut hat. Auch die Gutehoffnungs-
hutte wird in der ,,Entflechtung" eine einzige ,,Stahlkerngesellschaft"
bleiben. Sie ist
einer der schwerindustriellen Betriebe, die ihre Vorkriegsproduktion bereits
uber-
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