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Vertriebene, Flüchtlinge, Kriegsgefangene, heimatlose Ausländer : 1949-1952
(1953)

Charta der Deutschen Heimatvertriebenen,   pp. 55-56 ff. PDF (866.5 KB)


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Recht auf die Heimat
als eines der von Gott geschenkten Grundrechte der Menschheit anerkannt und
ver-
wirklicit wird.
Solange dieses Recht fur uns nicht verwirklicht ist, wollen wir aber nidct
zur
Unt-tigkeit verurteilt beiseite stehen, sondern in neuen gelauterten Formen
verstdnd-
nisvollen und briiderlichen Zusammenlebens mit allen Gliedern unseres Volkes
schaf-
fen und wirken. Darum fordern und verlangen wir heute wie gestern:
1. Gleiches Redit als Staatsburger, nicht nur vor dem Gesetz, sondern auch
in der
Wirklichkeit des Alltags.
2. Gerechte und sinnvolle Verteilung der Lasten des letzten Krieges auf das
ganze
deutsche Volk und eine ehrliche Durchfiihrung dieses Grundsatzes.
3. Sinnvollen Einbau aller Berufsgruppen der Heimatvertriebenen in das Leben
des
deutschen Volkes.
4. Tatige Einschaltung der deutschen Heimatvertriebenen in den Wiederaufbau
Europas.
Die Volker der Welt sollen ihre Mitverantwortung am Schicksal der Heimatver-
triebenen als der vom Leid dieser Zeit am schwersten Betroffenen empfinden.
Die Volker sollen handeln, wie es ihren christlichen Pflichten und ihren
Gewissen
entspricht.
Die V6lker mussen erkennen, dag das Schicksal der deutschen Heimatvertriebenen,
wie aller FlUchtlinge, ein Weltproblem ist, dessen L6sung h6chste sittliche
Verant-
wortung und Verpflichtung zu gewaltiger Leistung fordert.
Wir rufen Volker und Menschen auf, die guten Willens sind, Hand anzulegen
ans
Werk, damit aus Schuld, Ungluck, Leid, Armut und Elend fur uns alle der Weg
in
cine bessere Zukunfl gefunden wird.
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