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Vertriebene, Flüchtlinge, Kriegsgefangene, heimatlose Ausländer : 1949-1952
(1953)

13. Das Bundesvertriebenengesetz,   pp. 43-44 PDF (899.1 KB)


14. Die Kriegsgefangenen und Heimkehrer,   pp. 44-46 PDF (1.2 MB)


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Paritat wird hierbei das Verhaltnis in einem bestimmten Berufs- oder Wirtschafts-
zweig eines Landes verstanden, das dem Verhaltnis entspricht, in dem die
Gesamtzahl
der Bev6lkerung zur Gesamtzahl der Vertriebenen in diesem Lande steht
Die Vertriebenen werden also nunmehr im Grundsatz wie in den Einzelheiten
die Rechtsstellung eines voll gleichberechtigten Staatsbiirgers in der Bundesrepublik
Deutschland erhalten. Ihnen wird nicht im Vergleich zu anderen Staatsbiirgern
ein
bevorzugter Status eingeraumt, sondern lediglich die notwendige gesetzliche
Hilfe
gewahrt, damit sie in der Ausubung ihrer staatsbiirgerlichen Rechtt und in
der Wahr-
nehmung ihrer wirtschaftlichen und sozialen Belange den gleichen Start und
die glei-
chen Mbglichkeiten erhalten, wie sie ihren einheimischen Mitburgern trotz
der kriegs-
bedingten Verluste geblieben sind.
Es wird jedoch weiterer angestrengter Arbeit des Bundesministeriums fur Ver-
triebene bedUrfen, um die Redhtsstellung der Vertriebenen tatsdchiich zu
sidcern und
Likcken in der bisherigen gesetzlichen Regelung zu schliegen.
14. Die Kriegsgefangenen und Heimkehrer
Durch KabinettsbeschluB vom 25. 11. 1949 wurde dem Bundesministerium fur
Vertriebene mit Wirkung vom 1. 12. 1949 die Bearbeitung der allgemeinen Ange-
legenheiten von Kriegsgefangenen und Heimkehrern uibertragen. Die ,,Geschiftsstelle
der Arbeitsgemeinschaft der westdeutschen Under fur Kriegsgefangenen- und
Heim-
kehrerfragen" wurde aufgelost.
Im Mittelpunkt aller Bemiihungen des Bundesministeriums fur Vertriebene urn
das Schicksal der Kriegsgefangenen sowie der Zivilverschleppten und Zivilinternierten
stand das Bestreben, die Ruckfiuhrung dieser in auslindischem Gewahrsam festge-
haltenen Personen moglichst schnell zu erreichen. Als Grundlage fur diese
Arbeiten
wurde im Marz 1950 im gesamtenBundesgebiet und inWest-Berlin eine Registrierung
der Kriegsgefangenen und Vermiflten durchgefiihrt, die einen -  wenn auch
lidcken-
haften - t0berblick uiber diesen Personenkreis brachte. Die Ergebnisse dieser
Regi-
strierung werden laufend durch die von dem Bundesministerium fur Vertriebene
hiermit beauftragten Suchdienststellen in Muinchen und Hamburg erganzt. Aus
diesen
Unterlagen wurden die Namenslisten der noch in Kriegsgefangenschaft befindlichen
deutschen Wehrmachtsangehorigen, der Wehrmachtsvermiflten sowie der verschlepp-
ten, internierten oder verurteilten deutschen Zivilpersonen zur Vorlage bei
der UN-
Kommission fur Kriegsgefangenenfragen zusammengestellt.
Diese Kommission, die von der Generalversammlung der UN     durch Beschlug
vom 14. 12. 1950 beauftragt wurde, den Versuch einer fried!ichen Lobsung
des
Kriegsgefangenenproblems zu unternehmen, hielt unter Mitwirkung einer deutsdhen
Delegation bisher drei Sitzungen ab. Auf der letzten Sitzung im August/September
1952 in Genf wurde ihr dokumentarisdhes Material, das unter der Anleitung
des
Bundesministeriums fur Vertriebene durch den Suchdienst des Deutschen Roten
Kreuzes erarbeitet worden war, in 14 Banden vorgelegt. Aus ihnen ergibt sich
die
dokumentarische Erfassung von rd. 1,3 Mio. Wehrmachtsvermigten und 100 000
Kriegsgefangenen. Ferner wurden in 36 Binden vorgelegt etwa 18 000 amtliche
oder
notariell beglaubigte Abwesenheitserklirungen iber Kriegsgefangene, die aus
der
Sowjetunion noch nicht zuriickgekehrt sind. Auferdem wurde der zahlenmgige
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