University of Wisconsin Digital Collections
Link to University of Wisconsin Digital Collections
Link to University of Wisconsin Digital Collections
The History Collection

Page View

Nationale Front des Demokratischen Deutschland / Weissbuch über die amerikanisch-englische Interventionspolitik in Westdeutschland und das Wiedererstehen des deutschen Imperialismus
2. Aufl. ([1951])

6. Die deutsche Stoßarmee - der verlorene Haufe im amerikanischen Krieg,   pp. 168-180 PDF (4.6 MB)


Page 169

gation wurde von dem Beauftragten der Bundesregierung fur die Unterbringung
der allilerten Besatzungstruppen, Theodor Blank, gefuhrt. Weiter gehorten
der
Delegation die ehemaligen Generale Dr. Hans Speidel und Adolf Heusinger sowie
die Mitarbeiter Blanks, Graf Kielmannsegg und Ernst Ostermann an." (,,Die
Neue
Zeitung", Miinchen, 16. Januar 1951.)
Am 25. Januar meldete die ,,Kasseler Zeitung", daB anlaiilich der Deutschlandreisen
General Eisenhowers und des amerikanischen Sonderbeauftragten fuir Bewaffnung,
Cooper, ,,den alliierten Militarexperten von deutscher Seite eine detaillierte
Ar-
beitsunterlage zur Remilitarisierung iiberreicht wurde, die genaue Plane
zur Orga-
nisation der kinftigen deutschen Einheiten und zur Rekrutierung enthalt.
Wie es heil3t, sollen zunachst die Jahrgange 1927-1933 fur den Dienst im
deut-
schen Atlantik-Kontingent herangezogen werden. Die Musterungs- und Rekrutie-
rungsvorschriften hielten sich eng an das amerikanische Vorbild, wahrend
fur den
organisatorischen Aufbau auf das Muster der ehemaligen deutschen Reichswehr
zuriickgegriffen werden solle. Die neue westdeutsche Wehrverfassung liege
fertig in
der Schublade. Aus AuuBerungen der deutschen Militairberater, General Speidel
und
General Heusinger, geht hervor, daB die Alliierten in den geheimen Militfir-
konferenzen, die aus Anlal des Eisenhower-Besuches am laufenden Band stattfan-
den, auBerordentlich hochgeschraubte Bedingungen hinsichtlich der Zahl der
deut-
schen Truppen, ihrer qualitativen Auswahl und des Zeitpunktes des Remilitarisie-
rungsbeginns gestellt haben. Nach Ansicht der deutschen Experten scheinen
die
alliierten Bedingungen nur auf der Grundlage einer allgemeinen Wehrpflicht
er-
fuillbar zu sein. Wie es heilft, legen die Amerikaner Wert auf gut ausgebildete,
gesunde junge Rekruten zwischen 18 und 24 Jahren sowie auf Spezialkrafte
im
Alter bis zu 35 Jahren."
Parallel zu den Verhandlungen in Bonn finden Besprechungen in Paris statt.
Die
erste wurde Mitte Februar eroffnet. ,,Der franzosische AuBenminister Robert
Schu-
man eroffnete die Pariser Konferenz fiber die Erridhtung einer europiiischen
Armee.
Die deutsche Delegation nahm ... teil unter Fuhrung des Staatssekretars Professor
Walter Hallstein. Sie setzt sich zusammen aus Dr. von Mangold, Chef der deutschen
Mission bei der OEEC, und Ulrich de Meziere, fruiherem Oberstleutnant im
deutschen
Generalstab. Geheimrat Konrad Rodiger wurde zum permanenten Chefdeputierten
der deutschen Delegation ernannt.' (Vierteljahresbericht von McCloy, 31.
Marz
1951.)
Der Grund fMr die zweigleisigen Verhandlungen ist der, daB die USA auf schnellste
und umfassendste Wiederaufriustung Westdeutschlands drangen und Frankreich
aus
,,Sicherheitsgriinden" gegeniuber dem westdeutschen Buindnispartner
bemuht ist,
dessen Beitrag zur ,Europaarmeeu in solchen Grenzen zu halten, daB die milita-
rische Uberlegenheit Frankreichs gesichert bleibt. Die Kernfrage ist dabei
die GroBe
der westdeutschen Einheiten und die Frage der Kommandogewalt fiber sie. Die
franz6sische ,,Losung" steht der USA-L6sung entgegen. Der Washingtoner
Korre-
spondent von ,,Le Monde" hebt das in einem Bericht vom 21. Juni klar
hervor. Er
schreibt u. a.:
.Washington hat die technischen Besprechungen in Paris ohne besondere Begeiste-


Go up to Top of Page