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Aufwärts : Jugendzeitschrift des Deutschen Gewerkschaftsbundes (Brit. Zone)
Nr. 21, Jahrgang 4 (October 18, 1951)
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"Ehe unzeitgem–mþ?" Unter der Uberschrift .Ehe unzeitgem"þ? schreibt die Kollegin Erika Mucher u. a., daþ sie mit ihrem Mann zusammen mit DM 18,- w–chentlich Wirtschaftsgeld (einschlieþlich Schuhkrem, Seife u. ".) auskommen kann. Nun bin ich im allgemeinen ein sehr friedlicher Mensch, aber dieser Satz hat mich doch zur Ent- r¸stung gebracht. Wenn ich das lese, so kommt es mir beinahe vor, als h"tte ich eine sowjetische Zei- tung vor mir liegen, in der die Arbeiter zu Hennecke- Schichten aufgemuntert werden! Ich kann mir nicht helfen, aber jeder vern¸nftige Mensch weiþ heute, daþ zwei Personen von DM 18,- in der Woche nicht leben k–nnen. Wie soll man arbeiten k–nnen und widerstandsf"hig bleiben, wenn man abwechselnd nur Handk"se und Quark zum Abend iþt, was gibt es mittags bei der Kollegin M¸cher zu essen? Von der Liebe allein l"þt sich ein hungriger Magen nicht s"ttigen. Ich finde, daþ gerade von einer Gewerkschaftszeitung derartige Artikel, die jeder realen Grundlage ent- behren, nicht gedruckt werden sollten. Schlieþlich k"mpfen wir ja f¸r bessere Lebensverhaltnisse und betonen immer wieder, daþ der deutsche Arbeiter das Existenzminimum noch lange nicht erreicht hat. Mein Mann und ich sind durchaus nicht verw–hnt und muþten uns auch alles schwer erarbeiten (als wir heirateten, war mein Mann arbeitslos und ist es heute, nach reichlich zweij"hriger Ehe, immer noch), aber wenn mein Mann diesen Artikel der Kollegin M¸cher liest, dann muþ er mich fur eine Verschwen- derin halten! Sollte meine Reaktion auf den Artikel .Ehe unzeit- gem"þ? falsch sein, so lasse ich mich gern eines Besseren belehren, aber mit Tatsachen, die von dieser Erde und nicht in dem Gehirn eines kleinen Madchens entsprungen sind, das nicht in der heutigen Zeit der dauernd ansteigenden Lebenshaltungskosten lebt. Mit kollegialem Gruþ K"the Keller. Nochmals Mailand Als ich im Aufw"rts Nummer 16 die Stellungnahme der Kollegin Oimann aus Duisburg zu der Mailand- fahrt las, war ich sehr erfreut. Sie hat sehr sachlich und konkret ihre Meinung kundgetan und hat das ausgesprochen, was sehr viele Kollegen gedacht haben. Ich und mit mir noch sehr viele andere Kollegen sind der gleichen Meinung und k–nnen die Ausf¸hrungen dieser Kollegin nur unterstreichen. Lieber Kollege! Deine Ausf¸hrungen zu der Mailand- fahrt klingen mir ein biþchen komisch. Sei mir bitte nicht b–se, wenn ich sagen muþ, daþ Du sehr schlecht orientiert bist ¸ber das, was hier im Bundesgebiet vor sich geht. Naturlich hast Du recht, daþ ein Be- richt ¸ber die Mailandfahrt gegeben werden muþte. Aber zwischen Bericht und Verherrlichung besteht ein groþer Unterschied. Es ist ein biþchen viel Thea- ter gemacht worden. Ich m–chte Dir dann einmal ein Beispiel geben. Vom 10. Juni bis 23 Juni 1951 fand in Kochel am See das 2. Internationale Treffen junger Gewerk- schafter statt. Dort waren elf Nationen vertreten. Alles Repr"sentanten ihies Vaterlandes. Dieses so w.chtige Treffen hat man mit zwei Seiten im Auf- w"rts abgetan. Von dort h"tte man nicht nur Interes- santes, sondern auch Wissenswertes f¸r die Jugend berichten k–nnen. (Frage die Kollegen aus Berlin, die hier auch vertreten waren.) Im ¸brigen darf ich sagen, daþ meine Kollegen und ich sonst schon mit unserem AUFWARTS zufrieden sind. Besonders spricht uns die Seite Unsere Mei- nung- an, Mit freundlichen kollegialen Gruþen Theo Wetzler Ueber Aufw"rts ! Die besten Gr¸þe aus dem Saarland sendet Dir Franz Weiþ. Komme jetzt dazu, Dir, lieber Aufwarts, ¸ber einige Berichte meine Meinung wiederzugeben. Da steht ein Bericht von einer Schrottsammlung. Ich muþ der Ortsjugendgruppe Hamburg recht geben, wenn sie sich dagegen wehrt, Solch ein Gesetz gibt es im Saargebiet nicht. Es gibt doch bestimmt andere Sachen, mit denen sich die Jugend besch"ftigen kann, als mit einer Schrottsammlung. Und dann ein anderer Artikel, und zwar: Betrifft Korrespondenz. Ich wurde es gerne begr¸þen, wenn ein Briefaustausch die M–glichkeit bieten w¸rde, daþ man andere Gewerkschaftsjugend kennenlernen w¸rde. Denn die Gewerkschaftsarbeit ist ja in der ganzen Welt. Alle k"mpfen mit f¸r Gerechtigkeit und Frie- den und zum Wohle aller V–lker in der Welt. Wenn m–glich, lieber Aufw"rts, richte einen Briefaustausdc ein. Sonst bin ich mit allen Berichten sehr zufrieden. Viele Gr¸þe an alle Gewerkschaftsjugendgruppen. Aber einen besonderen Gruþ an Dich, lieber Auf- w"rts, von Deinem treuen Leser und Jugendfunktio- n"r der Jugend im Bergbau. Franz Weiþ. Du brauchst einen Kalenderl Als im Dezember 1950 der Bundesvorstand, Abt. Jugend, erstmalig einen G E W E R K- SCHAFTS - JUGENDKALENDER ank¸ndigte, da kamen so viele Bestellungen, daþ die Auflage nicht ausreichte, um alle W¸nsche zu befriedigen. F¸r dieses Jahr ist besser vorgesorgt. Im November 1951 erscheint der DGB GEWERKSCHAFTS- JUGENDKALENDER 1952 ca. 240 S., biegsam, in Leinen geb. zum Preise von DM 1,25 DerUmfang istgegen¸berderAusgabe 1951 um die H"lfte vermehrt. Das Kalendarium bietet mehr Raum f¸rEintragungen als bisher. Gedenktage, Erz"hlungen und Gedichte, Antworten auf wichtige Fragen aus dem Gebiet des Jugendrechts, ein Abriþ der Ge- werkschaftsgeschichte, alle f¸r die Jugendarbeit wichtigen Adressen, interessante Zahlen, die man sonst m¸hsam nachschlagen muþ, kurzum, eure Anregungen und Vorschl"ge wurden ber¸cksichtigt, und jetzt habt ihr nur eines zu tun: Auf dem nichsten Gruppenabend die Bestellungen einzusam- mein und uns schnellstens mitzuteilen, wieviel Exemplare Ihr braucht und an welche Anschrift sie zu senden sind. Tut es gleich, um so schneller erhaltet ihr den Kalender. Wir sind sicher, ihr werdet auch den Jugendkalender 1952 nicht mehr entbehren m–gen. BUND-VERLAG GMBH * KOLN - PRESSEHAUS Die Alsterschw"ne sind mit dem Begriff Hamburg ebenso eng verbunden wie etwa St. Pauli. Wenn der Hamburger seinen Sonntagsspaziergang entlang der Alster macht, vergiþt er nicht, Futter f¸r die Schw"ne einzustecken, die w"hrend der war- men Jahreszeit in gro- þer Zahl die Alster bev–lkern. Bald je- doch werden sie, wie auf unserem Bild, zu- sammengetrieben und zum Uberwintern in die Schwanenbucht an der Hohenfelder Br¸cke bef–rdert. Die Stadt ¸bernimmt die regel- m"þige F¸tterung und h"lt die Bucht eisfrei. Franzi Kaligoris ge- lang der ãSchwanen- gesang' mit einer Momentaufnahme der simplen Box Tengor. Z :Li
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