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Vertriebene, Flüchtlinge, Kriegsgefangene, heimatlose Ausländer : 1949-1952
(1953)

7. Der Wohnungsbau für Vertriebene und Flüchtlinge,   pp. 23-26 PDF (1.5 MB)


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7. Der Wohnungsbau far Vertriebene und Fifiditlinge
In der Bundesrepublik fehlten im Jahre 1949 etwa fuinf Millionen Wohnungen.
Die aus diesem Mangel resultierende Wohnungsnot wird uiberwiegcnd von den
Hei-
matvertriebenen und Fluchtlingen getragen. Nach den Ergebnissen der Wohnungs-
zahlung vom 13. 9. 1950 hatten bis dahin noch nicht ein Viertel det mit 2,6
Millionen
ermittelten Vertriebenenhaushalte eine tigene Wohnung. Zu fast 680/0 lebten
die
Vertriebenenhaushalte zur Untermiete, zu nahezu 10°/o in Notwohlnungen
und Unter-
kuinften, die nicht mehr als Wohnungen anzusprechen sind. Dagegen waxen gut
zwei
Drittel der einheimischen Haushalte mit Normalwohnungen versorgt.
Die vor allem von seiten des Bundes speziell im Flichtlingswohnungsbau unter-
nommenen Anstrengungen haben inzwischen zu einer fiihlbaren Verbesserung
der Ver-
sorgung der Vertriebenen und FlUchtlinge mit Normalwohnungen gefuhrt.
Der Fliichtlingswohnungsbau wurde sytnematisch bereits 1949 imr. VereinigtenWirt-
schaftsgebiet eingeleitet. Das Hauptamt fur Soforthilfe stellte unmittelbar
nach seiner
Griindung 60 Mio. DM fur die Fertigstellung von FlUchtlingswohnungen und
die
ECA-Verwaltung durch Vermittlung des Amtes fur Heimatvertriebene uiber 100
Mio.
DM fUr die sog. Pilot-Programme in den Hauptfluichtlingslandern zur Verfuigung.
Durch das Erste Bundeswohnungsbaugesetz vom 24. 4. 1950 wurden die Mittel,
die aus den Umstellungsgrundschulden aufkamen, fur den Bau von Wohnungen
fUr
Vertriebene und Kriegssachgeschidigte zweckgebunden. In dem Gesetz wurden
Bund
und Lander verpflichtet, den vordringlichen Bedarf der Heimatvertriebenen
beim
sozialen Wohnungsbau besonders zu berUcksichtigen. Aus Mitteln der Soforthilfc
einschlieglich des Umstellungsgrundschulden-Aufkommens sind d.m sozialen
Woh-
nungsbau insgesamt rd. 2,384 Mrd. DM zugeflossen. Dabei wurden fur die einzelnen
Lander folgende Mindestanteile fur die Verwendung dieser Mittel zugunsten
von Ver-
triebenen festgesetzt:
Bayern              70°/o
Bremen              22°/o
Hamburg             100/0
Hessen              650/o
Baden-Wiirttemberg  650/o
Niedersachsen       750/o
Nordrhein-Westfalen 26°/o
Schleswig-Holstein  80°/o
In den L-andern der franz6sischen Zone, die ihre eigene Sofortihilfeverwaltung
be-
sagen, wurde entsprechend verfahren.
Eine besondere Bedeutung innerhalb des sozialen Wohnungsbaues kommt der
Beschaffung von Wohnungen fUr die Umsiedlung von Land zu Land zu. Der Bund
hat fUr diesen Zweck
im Jahre 1950                  170,9 Mio. DM
1951                  299,2 Mio. DM
1952                  171,5 Mio.DM
bereitgestellt. Dazu kommen noch
fUr erststellige Hypotheken     30,0 Mio. DM
Insgesamt wurden also allein hierfUr aufgebracht 671,6 Mio. DM,
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