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Vertriebene, Flüchtlinge, Kriegsgefangene, heimatlose Ausländer : 1949-1952
(1953)

5. Die Zuwanderer aus der sowjetisch besetzten Zone,   pp. 15-18 PDF (1.1 MB)


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5. Die Zuwanderer aus der sowjetisch besetzten Zone
Der anhaltende Zustrom von FlIchtlingen aus der sowjetisch besetzten Zone
hat
die Bundesregierung vor besonders schwere Aufgaben gestellt.
Eine Lenkung dieses Zustroms war erstmals in einer Landervereinbarung vom
11. 7. 1949 versucht worden. Auf Grund dieser ,Uelzener EntsclIliegung"
wurden
die Zuwanderer durch Landerkommissionen unter Aufsidt von Bundesbeauf-
tragten in den zentralen Durchgangslagern Uelzen und Gieflen uberprufft und
nach
Aufnahme auf die LUnder des Bundesgebietes verteilt.
Am 22. 8. 1950 erliefg die Bundesregierung das Notaufnahmegesetz, das den
FlUcht-
lingen, die die sowjetisch besetzte Zone wegen einer drohenden Gefahr fur
Leib und
Leben, fur die pers6nliche Freiheit oder aus sodnstigen zwingenden Grunden
verlassen
mufaten, ein Anspruch auf Gewahrung der standigen Aufenthaltserlaubnis zusteht.
Die Durchfiihrungsverordnung vom 11. 6. 1951 bestimmt die Notaufnahmelager,
regelt das Verfahren und unterstellt es der Aufsicht des Bundesministers
fUr Ver-
triebene. Durch Bundesgesetz vom 21. 7. 1951 in Verbindung mit dem Berliner
Gesetz
vom 21. 12. 1951 wurde das Notaufnahmegesetz audh auf Berlin ausgedehnt.
Das Ausmaf der den Notaufnahmedienststellen ubertragenen Aufgaben ergibt
sich
aus folgenden Zahlen uiber die in den Notaufnahmelagern Gieflen, Uelzen und
Berlin
gestellten Notaufnahmeantrage seit 1. 9. 1949:
Zeitraum              Gielen      Uelzen      Berlin    insgesamt
1949                  22 487      36 758        -          59 245
1950                  58 808      73 583                  137 391
1951                  45 621      60 758                  106 379
1952                   23 405     48 097 1)  128 9062)    1823933)
Summe                 150 321    224 196     128 9062)    485 408 3)
1) d a v o n: 30 082 Antragsteller aus Uelzen,
18 015 alleinstehende Jugendliche unter 25 Jahren aus Berlin.
2) d a v o n: 112 168 neue Antragsteller (seit Februar 1952)
und   16 738 im friuheren Berliner Anerkennungsverfahren behandelte
Personen.
3) Abziiglich 18 015 Jugendliche, die in Uelzen u n d Berlin nachgewiesen
sind.
Davon wurden durch die Aufnahme- und Beschwerdeausschiisse aufgenommen:
Zeitraum              Gieflen     Uelzen      Berlin    insgesamt
1949                   3 625       5 971                    9 596
1950                  12 011      15 662                   27 673
1951                  12 795      20 881        -          33 676
1952                  18 478      37 475      57 658      113 611
Summe                 46 909      79 989      57 658      184 556
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