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Germany (West). Bundesministerium für Gesamtdeutsche Fragen. / Polit-Kunst in der Sowjetischen Besatzungszone; "III. Deutsche Kunstausstellung 1953" Dresden.
(1953)

Einführung,   p. 7 PDF (328.1 KB)


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Auf den folgenden Seiten findet der Leser einen Bericht uiber die
,,III. Deutsche Kunstausstellung Dresden 1953". Es war die dritte; iuber
die erste und uiber die zweite stehen einige Bemerkungen auf der Seite 8.
Sie sagen in wenigen Worten, was sich unter der Herrschaft der deut-
schen Bolschewisten vollzogen hat und vollzieht: ein MiBbrauch und ein
Verf all der Kunst, weit hinausgehend fiber das, was bisher in europiaischen
Landern gesehen wurde.
In der Ausstellung selbst und in dem Katalog wird noch der Versuch
gemacht, den Kern der Dinge zu verschleiern. Vor die Machwerke der
politischen Plakatmalerei ist ein Schleier von Arbeiten gezogen, die,
sagen wir, neutral sind. Politisch neutral und auch im Rahmen der
Kunstentwicklung neutral. Sie stammen geistig aus der Mitte des vori-
gen Jahrhunderts. Sieht man im Katalog nach, woher diese Dinge kom-
men, so findet der Leser Ortsnamen wie Ettlingen in Baden, Bremen,
Schwetzingen, Hannover, Mainz, Ludwigsburg usw., usw. - Unter den
424 Ausstellern sind nicht weniger als 117 ,,Gaste aus Westdeutschland".
Sie haben Landschaften, Portrats, Stilleben und dergl. geschickt. Sie
und ihre Arbeiten dienen dazu, die Brutalitat der ,,Kunstfiihrung" zu
mildern.
Auf den nachfolgenden Bildseiten fehlt dieser Schleier. Der Betrachter
findet nur Proben dessen, was man driiben ,,Sozialistischen Realismus"
nennt. Den Kommentar dazu liefern, soweit die Unterschriften nicht
schon Kommentar genug sind, die Zeitungen der sowjetischen Besatzungs-
zone. Dem aufmerksamen Leser zeigen sie neben der natuirlich im Vor-
dergrund stehenden Lobhudelei immerhin auch noch einige Spuren von
Zuriickhaltung und Kritik.
Denn natiirlich wiire es ein FehlschluB anzunehmen, dies alles fiinde etwa
die Billigung derer, die fur die Kunst etwas bedeuten oder fur die die Kunst
etwas bedeutet. Einige davon, ein ,,Kollektiv" also - aber ein Kollektiv
von ganz anderer Art, als sie in der SBZ zur Erzeugung von ,,Kunst"
ge-
bildet werden -, eine Gruppe von Mannern und Frauen, Malern und Bild-
hauern, haben sich zusammengefunden, um das auszudruicken, was sie von
der Mil3handlung der Kunst und dem MiBbrauch der Kuinstler durch die
SED-Funktionare zu sagen haben-
den ,,westdeutschen Giisten" der Ausstellung ins Stammbuch geschrieben!
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