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Nationale Front des Demokratischen Deutschland / Weissbuch über die amerikanisch-englische Interventionspolitik in Westdeutschland und das Wiedererstehen des deutschen Imperialismus
2. Aufl. ([1951])

2. Der deutsche Imperialismus ersteht erneut,   pp. 67-77 PDF (4.1 MB)


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tric ist fur die wehrwirtschaftliche Mobilisierung seines Landes verantwortlich.
Sein
,,Gegenstdck" in Westdeutschland, der Rohstoffkommissar Bonns ist Otto
A. Fried-
rich, einer der h6chstbezahlten Direktoren Westdeutschlands, Generaldirektor
der
HIarburger Gummiwaren-Fabrik Phoenix AG, die mit der amerikanischen Firestone
Tire and Rubber Comp. eng liiert ist, bei der Friedrich auch lange Jahre
hindurch in
den USA tatig war.
Neben verwandtschaftlichen Beziehungen, wie bei Adenauer und McCloy, und
finanziellen Beziehungen, wie sie in Anleihen und Beteiligungen zum Ausdruck
kommen, spielen Abmachungen der verschiedensten Art bei der Verflechtung
des
deutschen und amerikanischen Finanzkapitals eine bedeutende Rolle. Hierher
ge-
horen internationale Kartellabmachungen, Patentvereinbarungen usw. Solche
Ab-
machungen bestanden und bestehen zwischen den verschiedenen deutschen und
amerikanischen Trusts. Am bekanntesten wurden die Vereinbarungen zwischen
der
IG Farben AG und dem groBen Erd6ltrust Standard Oil of New Jersey. Diese
Ver-
bindungen rissen auch wahrend des Krieges nicht ab und wurden nach seinem
Ende
dadurch ,,belohnt", daB die Vertreter des amerikanischen Finanzkapitals
die durch
Kontrollratsgesetz festgelegte Aufl6sung des IG-Farben-Trusts erfolgreich
zu ver-
hindern wuBten. All das zeigt, wie eng und wie fest die Verflechtung zwischen
deutschem und amerikanischem Finanzkapital ist.
2. Der deutsche Imperialismus ersteht erneut
In einer offiziellen amerikanischen Ver6ffentlichung, einer Untersuchung
des Aus-
schusses ffir Kleinunternehmen des amerikanischen Reprasentantenhauses, lesen
wir
folgende Satze:
,,Konzentration ist die direkte Antithese des Systems des freien Unternehmer-
tums...
Wirtschaftliche Konzentration fiihrt unumganglich zu der Beseitigung kleiner
Unternehmungen, zum Verschwinden der Konkurrenz, zur Festsetzung von
Preisen, zur Beschrankung der Produktion und zur Schaffung von Erwerbs-
losigkeit... Sie versucht technische Experimente zu kontrollieren und zu
be--
schranken und Arbeitern und Verbrauchern die Wohltaten wachsender Er-
zeugung vorzuenthalten. Schlielflich geht die Konzentration wirtschaftlicher
Macht in die Konzentration politischer Macht fiber, mit dem Ergebnis, daB
kleine, machtvolle Interessentengruppen den Staat und das nationale poli-
tische Leben kontrollieren."
(United States versus economic concentration and monopoly, 742294, Washington,
1947,
S. 92.)
Diese vollkommen richtige Erkenntnis auf Deutschland angewandt, hatte zwei
Jahre
vorher auf der Potsdamer Konferenz zu dem Absatz 12 der Bestimmungen fuber
Deutschland gefufhrt, der folgendermaBen lautete:
,,In praktisch kuirzester Frist ist das deutsche Wirtschaftsleben zu dezentrali-
sieren mit dem Ziel der Vernichtung der bestehenden iibermdBigen Konzen-
tration der Wirtschaftskraft, dargestellt insbesondere durch Kartelle, Syndi-
kate, Truste und andere Monopolvereinigungen."
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