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Drews, Richard; Kantorowicz, Alfred, 1899- (ed.) / Verboten and verbrannt, deutsche Literatur 12 Jahre unterdr├╝ckt
([1947])

Friedrich Muckermann,   pp. 118-119 PDF (531.0 KB)


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II.
thr duften Pankejohrn, thr frechen Bollenl
Wir jing'n uns doch ins jleiche Freibad aal'n.
- Ein KiBken, Schatzl - Herr Oba noch sswee Mollen! -
Der Mond da drob'n - der konnte uns wat mul'nl
Det war doch soo - wir hatten doch wat los,
Wenn wir zwel In de Lausekiste pennten -
Mir willste sahr'n von fremden Elementen?
Nee, sach man bloBIl Nee, sach man bloBlI
War ick nich immer mang dir mang mit Herz und Breejen?
Det is der Dank - is das der Dank? Von wejenl
IJI.
Ihr Bowkes - und ihr blauen Abfarhrmittel:
Jetzt bin ick Neese, wenn's nach Treptow jeht?
Nu bruillt ihr: Heil? und looft im braunen Kittell
Wat dennl Da hat wohl eener dran jedreht?
Ick weeB doch, wo die Ferdeappel blieh'n,
Ick stand doch du und du mit jedem Zossen.
Mir habt ihr aus die Innung ausjeschlossen?
Sach mal, Berlin, schamste dir nich?
Ick bleibe mang dir mang mit Schnauze, Herz und Breejenl
Wat is dein Dank - das is dewn Dank? Von wejenl
FRIEDRICH MUCKERM1YANN
Aus Btlckeburg stammnend, wurde er nach  zeltschrift ,,Der neue Weg"
publiziert hat.
dem Studium  Priester und Jesuit und  Spater ging er nach Frankreich, wo
leitete, nach einem Aufenthalt als Geist-  er sich in Flugschriften und Rundfunk-
licher in RuIland, einige Ja1re hindurch  reden gegen Hitler wandte. Beim
Emi-
die katholische Zeitschrift .,15er Gral". Er  riicken der Deutschen
floh er nach Stid-
schrieb, stark den Pfoblemen seiner Zeit  frankreich, lebte eine Weile verkleidet
verhaftet, zahlreiche Artikel, die er zum  unter Bauern und gelangte schliefflich
in
Teil in dem Buch: ,,Der Monch tritt tiber  die Schweiz, wo er 1946 gestorben
ist. -
die Schwelle", vereinigte. 1933 emigrierte  Aus  Muckermanns Essayband:
,,DER
er nach Holland, wo er die Emigranten-  MONCH TRITT ttBER DIE SCHWELLE":
Viel Gewaltiges gibt es, doch nichts ist gewaltiger als der Mensch. Dieses
Wort des alten Tragoden fallt mir ein Der Gespenster des Kosmos lacht er.
Aber wie, was wird er mit den Damonen beginnen, die aus seiner eigenen
Tiefe steigen? Am Ende wird dieses Flugzeug einmal mit Bomben beladen
seine Fahrt antreten. tYberhaupt der Weltkrieg und die Aussicht auf einen
neuen, die Materialschlacht! Lionardo schrieb einst in sein Tagebuch, als
er von der Moglichkeit eines Flugzeuges sprach, Lionardo, der grole Tech-
niker, der doch mehr war als dies: Diese Erfindung werde ich den Menschen
nicht mitteilen. Sie soll verborgen bleiben in diesen Zeilen. Denn was werden
die Menschen mit solch einer Erfindung anfangen? ... Sie haben es gezeigt,
als sie Flugzeug, Tank und Giftgas gegen das Leben der Nationen ein-
setzten. Sie haben Lionardo lcht gegeben. Was wird sein? Wenn einmal
der Apparat der Technik sich uber die ganze Erde erstreckt, wenn dieser
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