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Achinger, Hans, 1899- / Arbeit für die Jugend, Berichte über Not und Hilfe
([Vorwart 1950])

Wege der Abhilfe,   pp. 97-98 PDF (581.4 KB)


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iloffnungen, als ob sich jetzt alles von selber finden werde, sind
11tt-iuscht worden.
Wege der Abhilfe
Uberall, wo es padagogisch m6glich ist, sollten Berufslose dieser
Altersgruppen bevorzugt in die Gemeinschaftshilfe der Jugend-
wverke und Gilden einbezogen werden, die Ersatzbeschiftigunig und
betreuenden Halt bieten. Aber auch hier werden sich nicht alle ein-
fugen. Gerade diesen, nachgerade erwachsenen Menschen, ist mit
den hinhaltenden Mitteln der Ersatzformen am wenigsten zu hel-
fen. Man k6nnte daran denken, die Wohnheime far diese Alteren
nuii Vorrang auszunutzen, wo sich in den Gewerbezentren zwar
Arbeit, aber keine Wohnung finden MUt. Die bisher in die Stadte
f-ingesiedelten jiingeren Fluchtlinge - ein grofler Teil von ihnen
sind ungelernte Bauarbeiter - sind einen ahnlichen Weg bereits
gegangen. Sie wohnen heute noch groflenteils zu sechs bis acht
Mann in den ,,Ausliinder-Baracken" am Stadtrand, die zufallig
stehengeblieben sind. Solche Unterkiinfte mussen verbessert und
erweitert werden. Denn auch die, die Arbeit haben und nicht weiter
auffallen, fiihren zum groflen Teil noch das Kasernenleben in ver-
iinderter Form weiter.
Fur diese Gruppe der 18-25jiihrigen ist es besonders verhiing-
nisvoll, daRl die deutsche Gesetzgebung so oft schematische Renten
zur Lebenshaltung gewahrt, aber die Sozialverwaltung das zum
AnlafR nimmt, sich nicht mehr mit dem einzelnen zu befassen. Ein
grofler Teil dieser Jugendlichen ist, verwaltungstechnisch gesehen,
Nutzniefler der Arbeitslosenversicherung oder Arbeitslosenfir-
sorge. Trotz der immer lebhafter werdenden Klagen uber das Um-
sichgreifen der Schwarzarbeit besteht keine M6glichkeit festzustel-
len, was der einzelne eigentlich tut, ob er vorankommt oder ver-
kommt. Die von Dr. Marx geforderte Verbindung von Arbeits-
losenhilfe und Individual-Fursorge ist hier besonders dringlich.
Hier wdre sogar an die noch verhandenen gesetzlichen Mdglichkei-
ten zu erinnern, jemanden, der Unterstutzung will, statt dessen
Arbeit anzubieten. Nur miiulte es dann eine Arbeit sein, die wesent-
Arbe it ffir die Jugend
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