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Nationale Front des Demokratischen Deutschland / Weissbuch über die amerikanisch-englische Interventionspolitik in Westdeutschland und das Wiedererstehen des deutschen Imperialismus
2. Aufl. ([1951])

1. Westdeutschlands Position in der strategischen Planung der USA,   pp. 123-134 PDF (4.7 MB)


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1. Westdeutschlands Position in der strategischen Planung der USA
Was den Deutschen in Westdeutschiland von den Kriegstrelbern zugedacht ist
Im militdrischen Plan der amerikanischen Atombombenstrategie ist Westdeutsch-
land eine erstrangige Bedeutung zugedacht. Es ist Rekrutierungsgebiet, Truppen-
uibungsplatz und Aufmarschgelande des amerikanischen Krieges. AuBer dem be-
deutenden kriegswirtschaftlichen Potential Westdeutschlands ist es v o r
al  e m
s e i n M e n s c h e n r e s e r v o i r, das die Wallstreet-Strategen in
den Dienst ihrer
militarischen Aggressionsplane gegen die Deutsche Demokratische Republik,
die
volksdemokratischen Staaten und die sozialistische Sowjetunion stellen wollen.
Die
zahlreich vorhandenen gelernten Arbeitskrafte sind gleicherma~en erforderlich
fur
die RUfstungsindustrie, und ffur ein mit alien Mitteln der modernen Kriegstechnik
aus-
geriistetes Massenheer, daq in Westdleutschland vorbereitet wird. Die organisatori-
sche Erfassung der Menschen Westdeutschlands in militarischen Formationen
und
ihre technische Ausriustung sind ffir die amerikanischen Krilegstreiber und
ihre deunt-
schen Zuhalter verhdltnismaBig leicht l6sbare Vorhaben.
Die Hauptsorge bereitet den amerikanischen Atombombenstrategen die ideolo-
gische Einordnung vor allem der werktatigen Bev6lkerung Westdeutschlands
in
das Kriegslager des Dollarimperialismus. Deshalb kommt der K r i e g s z
i e 1 f r a g e
in der Vorbereitung der imperialistischen Aggression eine entscheidende Bedeutung
zu. Die Frage des einfachen Menschen: Fur wen und fur was soll ich kampfen?,
die Frage nach dem Sinn des Krieges muB beantwortet werden. Fur die inter-
national verfilztenMonopolkapitalisten, einschlieBlich der deutschen, ist
der gemein-
same Nenner des Kriegszieles, trotz aller weiterbestehenden Differenzen unterein-
ander: Kreuzzug gegen den Osten! Vernichtung des Sozialismus! Die Blutopfer
des
zu diesem Zweck angestre1bten dritten Weltkrieges haben die Volksmassen zu
tragen. FPr sie ist, wie die Erfahrung aller imperialistischen Invasionen
in Sowjet-
land lehrt, der Kampf gegen die Sowjetunion kein verlockendes Kriegsziel,
aucd
nicht ffir die Deutschen, die in der Zeitspanne eines Menschenlebens die
Lasten
und Opfer zweier verlorener imperialistischer Kriege zu tragen hatten und
haben.
Die den Deutschen zugedachte Rolle als ,cutting edge', wie Eisenhower sagt,
als
Schneide der von ihm gefufhrten Atlantikpakt-Kriegsmacht gegen den Osten,
be-
deutet den sicheren Untergang der Deutschen als Nation und die v6llige Ver-
wiistung ihres Territoriums. Das ist ein Kriegsziel fur M6rder und Selbstm6rder,
nicht aber fur eine groBe Nation. Die imperialistisdhen Kriegsbrandstifter
k6nnen
keine hir die V6lker nverlockenden" Kriegsziele finden. Sie bedienen
sich deshalb
der Lugenpropaganda und des Terrors im Stile von Goebbels und Hitler, um
die
Volker zu betrugen, irrezuleiten und fur den imperialistischen Raubkrieg
z1l
pressen. Aus diesem Grunde sind die Wallstreet-Strategen auch freigebig mit
poli-
tischen und 6konomischen ,Zugestandnissen' an die Machthaber des Bonner
Separatstaates. Diese ,,ZugestandnisseM werden nach den Ruckschlagen, die
die
Kriegstreiber durch die Wahlen in Italien und Frankreich erlitten haben,
weitgehen-
der sein als bisher, denn eben durch diese Ruckschlage hat sich das spezifische
Gewicht des westdeuftchen Kriegspotentials fur die amerikanischen Atombomben-
strategen gewaltig erhoht.
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